Ärzte Zeitung, 15.04.2012

Weniger Herzinfarkte seit dem Rauchverbot

Das gesetzliche Rauchverbot senkt offenbar die Infarktrate: In Bremen wurden seitdem deutlich weniger Herzinfarkte registriert. Am stärksten ging die Infarktrate bei den Nichtrauchern zurück.

Weniger Herzinfarkte seit dem Rauchverbot

Bei Nichtrauchern unter 65 Jahren nahm die Infarktrate um 26 Prozent ab.

© paul prescott / fotolia.com

MANNHEIM (eb/eis). Nichtraucher profitieren offenbar besonders von der Eindämmung des Passivrauchens. So ist nach Einführung der Nichtraucher-Schutzgesetzgebung in Bremen zum Jahreswechsel 2007/ 2008 die Zahl der Herzinfarkte deutlich gesunken.

Im Vergleich der beiden Zeiträume 2006/2007 und 2008/ 2009 ließ sich ein Rückgang der durchschnittlichen monatlichen Herzinfarktrate um 14 Prozent belegen.

Das zeigt eine Studie des Bremer Klinikums Links der Weser, die auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert worden ist.

"Der Rückgang der Inzidenz von Herzinfarkten in Bremen und Umland über den Untersuchungszeitraum scheint zumindest teilweise durch das Inkrafttreten des Nichtraucherschutzgesetzes Ende 2007 erklärbar", so die Studienautoren in ihrer Zusammenfassung.

"Insbesondere jüngere Nichtraucher weisen einen deutlichen Rückgang der Inzidenz von Herzinfarkten auf. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass das Nichtraucherschutzgesetz insbesondere Nichtraucher vor dem schädlichen Einfluss des Passivrauchens schützt."

Nichtraucher profitieren am meisten

Im Detail wurden die Daten aus dem Bremer "STEMI-Register" von 2006 bis 2009 - insgesamt 2.883 Infarktpatienten - ausgewertet und nach Alter, Geschlecht und Nikotinkonsum analysiert.

Trotz des Gesamtrückgangs der Herzinfarktfälle zeigte sich bei den zum Aufnahmezeitpunkt aktiven Rauchern (42 Prozent der Gesamtfälle) kein Rückgang im direkten Vergleich zwischen den beiden Zeiträumen.

Die Nichtraucher hingegen profitierten von der Nikotingesetzgebung statistisch gesehen mit einem Rückgang der Herzinfarkt-Rate um 23 Prozent (Vergleich 2006/2007 mit 2008/2009).

Die jüngeren Nichtraucher unter 65 Jahren profitierten mit einem Rückgang der Herzinfarkte um 26 Prozent am meisten von der gesetzlichen Maßnahme.

Quelle: www.springermedizin.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Demenz oder Depressionen?

Benennen ältere Patienten von sich aus kognitive Defizite, sollten Ärzte hellhörig werden: Häufig liegt dann keine Demenz, sondern eine Depression vor. mehr »