Ärzte Zeitung, 17.01.2013
 

Herzbericht

Trendwende bei PCI und TAVI

Weniger ist mehr: Die Zahl der Kathetereingriffe in Deutschland stagniert - erstmals seit Jahren. Dafür steigt aber die Zahl der Eingriffe an Herzklappen und Ablationsbehandlungen steil an.

Von Philipp Grätzel von Grätz

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Guten Rutsch.

© Mathias Ernert

BERLIN. Der dieses Jahr erstmals unter der Federführung der Deutschen Herzstiftung vorgelegte Deutsche Herzbericht (ehemals "Bruckenberger Report") kommt für das Jahr 2011 deutschlandweit hochgerechnet auf 870.282 diagnostische Linksherzkatheter-Eingriffe und 328.654 therapeutische Koronarinterventionen (PCI).

Würden die Daten für 2010 analog ausgewertet, errechne sich ein Rückgang um etwa 30.000 Koronarangiografien und rund 10.000 PCI-Eingriffe, erläuterte Professor Eckart Fleck von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) bei einer Pressekonferenz in Berlin.

"Das kann man schon als Trendwende bezeichnen", sagte Professor Thomas Meinertz von der Deutschen Herzstiftung. Deutschland folge damit einer Entwicklung, die auch in anderen Industrienationen zu beobachten sei.

Ganz anders ist jedoch die Situation bei den Eingriffen an der Aortenklappe: Ihre Zahl stieg steil an.

Während die konventionelle Aortenklappenchirurgie seit 2008 von damals 12.397 Eingriffen auf 11.535 Eingriffe im Jahr 2011 leicht zurückging, stieg die Zahl der kathetergestützten perkutanen Klappenimplantationen (TAVI) um mehr als das Zehnfache von 528 auf 7231.

Die Altersverteilung sei dabei unterschiedlich, so Professor Jochen Cremer von der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. Während TAVI-Eingriffe weit überwiegend bei über 80-Jährigen erfolgen, sind die 70- bis 80-Jährigen die "Kernzielgruppe" für die Operation.

Chirurgische und interventionelle Eingriffe scheinen sich bei einer Aortenstenose bisher also zu ergänzen und nicht gegenseitig zu ersetzen. Erheblich zugelegt haben auch Ablationen.

Hochgerechnet wurden in Deutschland 2011 wegen Herzrhythmusstörungen 47.797 Ablationen vorgenommen, ein Plus von 17,8 Prozent gegenüber 2010.

Noch sei die Datengrundlage des Herzberichts nicht optimal, betonten die Vertreter von Herzstiftung und Fachgesellschaften unisono. In den nächsten Jahren sollen unter anderem ambulante Daten stärker Eingang finden und auch neue Datenquellen genutzt werden.

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