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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung online, 29.08.2013

Herzinfarkt

Stiefkind Nachsorge?

Wer heute in Deutschland einen Herzinfarkt erleidet überlebt länger als früher. Soweit die gute Nachricht. Doch im internationalen Vergleich ist die Republik kein Musterknabe. Womöglich liegt es an der unzureichenden Sekundärprävention.

Von Anno Fricke

Stiefkind Nachsorge?

Herzschutz auch nach dem Infarkt: Nicht immer läuft die Sekundärprävention so, wie sie soll.

© Jakub Krechowicz / shutterstock.com

BERLIN. In Deutschland ist das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, höher als in Frankreich, den Niederlanden oder England. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren einer Bestandsaufnahme der Versorgung von Menschen mit Akutem Koronarsyndrom (ACS).

Seit den 80er-Jahren sei die Sterblichkeit bei der Diagnose Herzinfarkt in Deutschland um 60 Prozent zurückgegangen, stellte der Leiter des Berliner IGES-Instituts Professor Bertram Häussler fest.

Auf 100.000 Männer starben 1980 noch 247 an ischämischen Herzkrankheiten, 2008 seien es 99 gewesen. Die Sterblichkeit sinke allerdings langsamer als in vergleichbaren europäischen Ländern. Als Ursache machte Häussler die im Zeitverlauf an Intensität nachlassende Nachbehandlung der Infarkte aus.

"Je länger das akute Koronarsyndrom zurückliegt, desto stärker nimmt das ärztliche Monitoring ab", bestätigte Professor Uwe Zeymer, Leitender Oberarzt am Klinikum der Stadt Ludwigshafen diese These. Nach einem Jahr nähmen nur noch 20 Prozent alle fünf laut Leitlinie vorgeschriebenen Medikamente.

Probleme auch bei der Vorsorge

Neuere Präparate mit attestiertem Zusatznutzen hätten sich in der medikamentösen Therapie noch nicht durchgesetzt. Patientenleitpfade zur Optimierung der medikamentösen und nicht-medikamentösen Sekundärprävention seien sinnvoll, um die Prognose der ACS-Patienten zu verbessern.

Defizite erkennen die Autoren des "Weißbuch Herz - Versorgung des Akuten Koronarsyndroms in Deutschland" auch bei der Primärprävention. Weniger als die Hälfte der anspruchsberechtigten gesetzlich Versicherten nähmen an den Check-up*35-Untersuchungen teil, sagte Hans Holger Bleß vom IGES-Institut.

Nicht alle Ärzte hielten die Vorsorgeuntersuchung für effektiv. Hier gebe es Handlungsbedarf, sagte Bleß. Der Check-up solle an verschiedene Altersstufen angepasst werden. Zudem untersuchten die Ärzte ihre Patienten zu selten gezielt auf die Risiken koronarer Herzerkrankungen hin.

Die Kosten für ischämische Krankheiten beliefen sich ausweislich der Studie 2008 auf 6,2 Milliarden Euro, davon 1,85 Milliarden Euro für Myokardinfarkte.

Das "Weißbuch Herz" ist im Auftrag von Astra Zeneca entstanden und im Thieme Verlag erschienen.

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[30.08.2013, 09:48:09]
Tanja De Rijk 
Ein, gemeinsames Konzept und eine Verbesserung der ambulanten Versorgung aus der Sicht einer niederländischen Oecotrophologin
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
als niederländische Oecotrophologin war ich von 1997 - 2009 in einer Reha-Klinik im Norden Deutschlands tätig, die letzten 5 Jahre als Leiterin der Abt. Ernährungstherapie.

Im März 2005 erschien in der Ärztezeitung ein Artikel "Rehabilitation - immer noch wie ein Stiefkind behandelt?" Reha sollte wichtiger Teil der Integrationsversorgung sein - doch es fehlen Konzepte / BKK-Bundesverband: Reha-Angebote gehen am Bedarf vorbei. BERLIN (af). "Die Rehabilitation ist in den Köpfen der niedergelassenen Ärzte nicht verankert."

Heute, am 29.08.2013, also 8 Jahre später, erscheint dieser Beitrag "Stiefkind Nachsorge?" wo von einer unzureichenden Sekundärprävention die Rede ist.

Während meinen 12 Berufsjahren in der Reha-Klinik habe ich einen deutlichen Wandel im Umgang mit den Patienten festgestellt. Wo wir am Anfang dem Patienten mitgeteilt haben was gut für ihn ist (Beispiel Ernährungstherapie: für Diätpatienten gab es fertige Teller Essen und das war´s), haben wir im Laufe der Zeit den Patienten dazu gebracht sich selbst Gedanken zu machen über seine Gesundheit (Beispiel Ernährungstherapie: Selbstbestimmungskost). Der Patient ging hochmotiviert nach Hause und...fiel in ein Loch. 3 Wochen Verhaltensänderung reichen eben nicht aus, können höchstens ein Ansatz sein.

In Holland ist nicht alles besser, aber auf jeden Fall, lt. Beitrag, ist das Risiko geringer an einem Herzinfarkt zu sterben. In Holland gibt es kaum Reha-Kliniken, auf jeden Fall nicht für Patienten nach einem Herzinfarkt.

Der Patient wird ambulant betreut und erlebt diese Therapien aus seiner häuslichen Situation heraus. Dadurch werden die Therapien Bestandteil seines Alltags. Der Hausarzt leitet die Therapien in die Wege, d.h. die ganzheitliche Betreuung ist in seinem Arbeitsablauf verankert.

Ich könnte mir eine Verbesserung des in Deutschland bestehenden Systems mit den Reha-Kliniken vorstellen indem Hausärzte und Reha-Klinikärzte nach einem, gemeinsamen Konzept zusammen arbeiten würden. Ich bin nicht begeistert von den Programmen wie KARENA oder IRENA, da sie erneut in den Reha-Einrichtungen stattfinden.

Ich würde eine deutliche Verbesserung der ambulanten Versorgung sehr begrüßen. Eine Verhaltensänderung, wie sie in der Reha-Klinik ja nur ansatzweise angefangen wird, die zum gewünschten, weil gesünderen Lebensstil führen sollte, braucht Zeit. 3 Wochen reichen nicht aus. Die eigentliche Arbeit fängt dann erst an.

Für Ihre Fragen oder Rückmeldungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung,

vielen Dank,

Ihre Tanja de Rijk
EATrack, online Ernährungsberatung und Konzepte www.eatrack.de
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