Ärzte Zeitung online, 04.12.2013
 

Kommentar

PCI nützt auch alten Herzen

Auch bei über 80-jährigen Patienten mit instabiler Angina oder NSTE-Myokardinfarkt verbessert eine frühe invasive Therapie die Prognose.

Von Robert Bublak

69 Jahre alt war der Mann, und bevor er in die instabile Angina gerutscht war, hatte er noch Berge erstiegen. Die behandelnden Kardiologen suchten händeringend nach einem freien Termin in einem interventionellen Katheterlabor.

Ausnahmsweise auch in seinem Alter, der Mann sei halt noch so rüstig. Doch eigentlich gab es selbst für jüngere Patienten nicht genügend Therapieplätze, nicht einmal in einer Großstadt mit mehreren Universitätskliniken. Am Ende bekam der Mann seine perkutane Koronarintervention (PCI) - ausnahmsweise. Und nach zwei Wochen Wartezeit.

Rund 30 Jahre ist das her, und ob ein sonst gesunder Mann von knapp 70 Jahren noch eine PCI erhalten soll, ist längst keine Frage mehr. Aber ein über 80-Jähriger mit akutem Koronarsyndrom ohne ST-Hebung? Genügt hier nicht eine konservative Therapie?

Eine Studie am Herzzentrum Ludwigshafen hat diese Frage für NSTE-Myokardinfarkte vor sechs Jahren eindeutig pro Intervention beantwortet (Eur Heart J 2007; 28: 2873). Nun hat eine große US-Studie die deutschen Ergebnisse bestätigt.

Dennoch waren frühe invasive Eingriffe auch hier eine Ausnahme: Nur jeder sechste betagte Patient wurde auf diese Weise behandelt. Bis sich das ändert, müssen ja nicht wieder 30 Jahre vergehen.

Lesen Sie dazu auch:
NSTEMI über 80: Katheter sticht konservative Therapie

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