Ärzte Zeitung online, 28.01.2014

Kommentar zur ESCAPE-Studie

Unfeiner Staub

Von Robert Bublak

Verschmutzte Luft verursacht ausweislich der "Global Burden of Disease Study" jährlich weltweit 6,85 Millionen Todesfälle, mehr als Tabakrauch, Passivrauchen eingeschlossen. Fast die Hälfte davon, 3,2 Millionen Menschen, sterben an den Folgen der Feinstaubbelastung.

Erst vor ein paar Wochen hatte eine Auswertung der ESCAPE-Studie gezeigt, dass Feinstaub schon in Konzentrationen deutlich unterhalb der in Europa geltenden Grenzwerte tödlich wirkt. Nun zeigt eine weitere Analyse der ESCAPE-Daten, dass dies auch für ischämische Koronarereignisse gilt: Feinstaub schadet dem Myokard auch unterhalb der zulässigen Werte.

Zweitgrößter Verursacher von Feinstaub nach der Industrie ist der Straßenverkehr. Da mag es verwundern, dass auf Automobilen nicht längst Warnhinweise angebracht sind wie auf Zigarettenschachteln - die Formulierung "fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu" dürfte jedenfalls zutreffen.

Besser freilich wäre es, die Grenzwerte zu senken. Hier könnte ein Blick auf die USA weiterhelfen, sonst ja als umweltschmutzige Nation schlechthin angesehen. Die Grenze für Feinstaub der Klasse PM2,5 liegt dort bei 15 μg/m3 für den Mittelwert - 40 Prozent niedriger als im sauberen Europa.

Lesen Sie dazu auch:
Feinstaub: Herzrisiko schon unter den EU-Grenzwerten

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »