Kongress, 29.04.2014
 

Stammzellen

Biologischer Schrittmacher gesucht

Bei der Entwicklung von kardialen Stammzelltherapien ruht die Hoffnung der Forscher auch auf einem biologischen Schrittmacher.

WIESBADEN. Dass es eines Tages gelingen wird, eine kardiale Stammzelltherapie erfolgreich zu etablieren, davon ist der Herzchirurg Professor Gustav Steinhoff von der Universität Rostock überzeugt. Wie er beim Internistenkongress in Wiesbaden sagte, könne dieses Ziel noch in diesem Jahrhundert erreicht werden.

Bis dahin müssen aber noch aufwändige klinische Studien gemacht werden. Eine davon ist die im Jahr 2009 gestartete Placebo-kontrollierte PERFECT-Studie(Intramyocardial TransPlantation of BonE MaRrow Stem Cells For ImprovEment of Post-Infarct MyoCardial RegeneraTion in Addition to CABG Surgery).

Mit dieser Phase-III-Studie, an der in Deutschland sechs klinische Zentren beteiligt sind, soll unter anderem die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der in Rostock entwickelten kardialen Stammzelltherapie nachgewiesen werden.

Im Zentrum steht die intramyokardiale Injektion von körpereigenen gereinigten CD133-positiven Knochenmarkzellen während einer Bypass-Op. Primärer Endpunkt ist die linksventrikuläre Auswurffraktion. Die verwendeten Zellen sind Vorläuferzellen der Hämatopoese und Neovaskulogenese.

Aber nicht nur infarziertes Herzmuskelgewebe wollen die Rostocker Forscher eines Tages ersetzen, sondern auch Zellen des Sinusknotens. Zumindest im In-vitro-Versuch ist den Forschern um Professor Robert David vor kurzem mit Mauszellen die Herstellung solcher Herzschrittmacherzellen (spider cells) aus pluripotenten Stammzellen gelungen, die Herzmuskelzellen wieder zum Schlagen bringen können (Stem Cell Reports 2014; 2: 1-14).

Das Ziel: die Versuche mit menschlichen reprogrammierten pluripotenten Stammzellen zu wiederholen, um eines Tages bei Patienten mit Herzrhythmusstörungen den elektrischen durch einen biologischen Herzschrittmacher ersetzen zu können. Steinhoff erinnerte daran, dass Herzmuskelzellen sich kaum regenerieren können.

So liege die Erneuerungsrate im Alter von 25 Jahren bei etwa einem Prozent pro Jahr, bei einem 75-Jährigen nur noch bei 0,45 Prozent pro Jahr. So würden im Laufe des Lebens weniger als 50 Prozent der Kardiomyozyten ausgetauscht. (ple)

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