Ärzte Zeitung, 11.07.2016

Sex und Herzkrankheit

Der Herzkasper ist selten im Bett

Die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit wirkt nicht gerade als Aphrodisiakum. Und so verwundert auch nicht, was englische Forscher in einer Studie herausgefunden haben: Ältere Männer mit KHK haben seltener Sex.

Von Robert Bublak

Die Diagnose einer koronaren Herzkrankheit wirkt nicht gerade als Aphrodisiakum. Das ist verständlich. Und so verwundert auch nicht, was englische Forscher in einer Studie herausgefunden haben: Ältere Männer mit KHK haben seltener Sex als Gleichaltrige mit gesunden Herzkranzgefäßen.

Hier mag es eine Rolle spielen, dass Koronarerkrankungen nicht selten mit erektiler Dysfunktion einhergehen. Doch kann das nicht die ganze Wahrheit sein. Denn die Diagnose einer KHK entpuppt sich nur in den ersten vier Jahren als Lust- und Spielverderber.

Später gibt es, was die sexuellen Aktivitäten betrifft, keine Unterschiede mehr zwischen KHK-Patienten und Herzgesunden. Außerdem ist der Prozentsatz der Männer, die auf Sex verzichten, viel kleiner als der Anteil jener, die von Erektionsstörungen berichten.

Anzunehmen ist, dass sich nicht wenige Männer mit verengten Koronarien vor Sex fürchten - weil sie vermuten, die körperliche Liebe sei zu anstrengend und also zu gefährlich.

Doch Ulmer Forscher haben hier bereits im vergangenen Jahr Entwarnung gegeben (J Am Coll Cardiol 2016; 66: 1516). Sie hatten sich für ihre Studie in den Betten von Infarktpatienten umgesehen. Den Herzkasper trafen sie dort nur äußerst selten an.

Lesen Sie dazu auch:
Angst vor Sex?: Warum vielen herzkranken Männern die Lust vergeht

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