Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 13.04.2005

Herzinsuffizienz nach Infarkt - die Herausforderung

Therapie bei Herzinsuffizienz muß sich auf fünf Substanzen stützen / Kardiologen unterstützen Hausärzte

WIESBADEN (kat). Die sich nach einem Herzinfarkt entwickelnde Herzinsuffizienz ist eine große diagnostische und therapeutische Herausforderung. In der Praxis werden Leitlinien noch nicht konsequent umgesetzt, kritisierte der Kardiologe Dr. Frank Sonntag aus Henstedt-Ulzburg.

Es sei inzwischen unzweifelhaft belegt, daß eine Beeinflussung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems bereits in frühen Stadien einer Herzinsuffizienz die Prognose verbessert. Über ACE-Hemmung und AT1-Antagonismus hinaus rücke zunehmend die Hemmung des Aldosteron-Systems ins Interesse.

Wie die EPHESUS-Studie (Eplerenone Post-AMI Heart Failure Efficacy and Survival Study) belegt hat, war bei der Therapie mit Eplerenon (Inspra®) die Gesamtsterberate im Vergleich zu Placebo um 15 Prozent reduziert. Die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle wegen kardiovaskulärer Symptomatiken sank um 13 Prozent. Die Zahl der Einweisungen wegen nicht-tödlicher Herzinsuffizienz-Episoden ging um 23 Prozent zurück. Plötzliche Herztode traten um 21 Prozent seltener auf, berichtete Sonntag.

Nach Aussagen des Kardiologen bei einem Satellitensymposium des Unternehmens Pfizer zum Internistenkongreß in Wiesbaden müßte sich die leitliniengestützte Therapie von Patienten mit Myokardinfarkt und Herzinsuffizienz aus prognostischen Gründen auf fünf Substanzen stützen: ACE-Hemmer, Betablocker, Aldosteronantagonisten oder AT1-Blocker, Statine und ASS.

Dazu kämen dann noch symptomatisch wirkende Substanzen wie Saluretika, Nitrate und Blutdrucksenker wie Kalziumantagonisten der 3. Generation.

Vor der Therapie stehe allerdings die Diagnose. Noch viel zu oft (bis zu 90 Prozent) werde sie in der Praxis allein anhand klinischer Zeichen gestellt. Dies führe vielfach zu falsch positiven und falsch negativen Diagnosen. Sonntag forderte daher eine Einbeziehung von Kardiologen in die hausärztliche Nachbetreuung.

Das alltägliche Problem der mit Kardiologen kooperierenden Hausärzte bleibt dann aber noch das Budget. Eine evidenzbasierte Behandlung kostet unter konsequenter Umsetzung des Wirtschaftlichkeitsgebots mindestens 100 Euro pro Quartal; bei Unverträglichkeit auch schnell das Doppelte. Das Budget sieht aber nur ein Fünftel davon vor.

Die Hoffnung für die Zukunft dieser Patienten sah Sonntag daher in einem DMP Herzinsuffizienz, in dem Art, Dauer und Dosis der Therapie sowie die notwendigen Kontrolluntersuchungen festgeschrieben sind. Alternativ müsse das Budget für Schwerkranke fallen, so Sonntag.

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