Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Forschung und Praxis, 06.05.2005

Infarktpatienten mit Herzinsuffizienz haben mit Eplerenon bessere Prognose

Professor Michael Böhm: Wirkung von Eplerenon war in der EPHESUS-Studie schon nach wenigen Wochen sichtbar. Foto: Archiv

Patienten mit akutem Myokardinfarkt, die schon bei der Klinikeinweisung eine linksventrikuläre Dysfunktion mit Zeichen einer Herzinsuffizienz aufweisen oder diese Komplikation in der Klinik entwickeln, benötigen dringend eine Behandlung, die ihre Prognose nachweislich verbessert.

Denn aus den Daten mehrerer Herzinfarkt-Register (NRMI, GRACE) ist klar ersichtlich, daß eine Herzinsuffizienz als Infarktkomplikation mit einer signifikant erhöhten Sterblichkeit sowohl in der Klinik als auch nach Entlassung assoziiert ist.

Neben ACE-Hemmern und Betablockern ist der selektive Aldosteronantagonist Eplerenon (Inspra®) der dritte Therapiebaustein, für den eine Prognoseverbesserung bei diesen gefährdeten Infarktpatienten nachgewiesen worden ist.

In der EPHESUS-Studie wurde außer der Zahl der Wiedereinweisungen in die Klinik auch die Gesamtmortalität bei Infarktpatienten mit eingeschränkter Ventrikelfunktion und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz signifikant um 15 Prozent gesenkt, berichtete Professor Michael Böhm aus Homburg/Saar bei einem von Pfizer initiierten Symposium.

Besonders Patienten mit ausgeprägter Pumpfunktionsstörungen (Auswurffraktion < 30 Prozent) profitierten von dieser Behandlung. Bei ihnen wurde durch Eplerenon die Gesamtsterblichkeitsrate um 21 Prozent und die Inzidenz des plötzlichen Herztodes um 33 Prozent gesenkt, so Böhm.

Eine separate Analyse der Behandlungsergebnisse bei den Infarktpatienten mit Diabetes ergab, daß Eplerenon bei dieser Risikogruppe mindestens ebenso wirksam war wie im Gesamtkollektiv der Studie.

Die Wirkung des Aldosteronantagonisten war im übrigen nicht davon tangiert, welche anderen Behandlungsmaßnahmen noch ergriffen wurden. So senkte Eplerenon die Sterblichkeitsrate unabhängig davon, ob die Patienten eine Reperfusionstherapie erhalten hatten oder nicht, berichtete Böhm. Zeitabhängige Analysen der EPHESUS-Daten haben zudem ergeben, daß auf die Wirkung nicht lange gewartet werden muß.

Denn schon nach 30 Tagen stellten die Untersucher in der Eplerenon-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Behandlung eine signifikant um 31 Prozent niedrigere Rate für die Gesamtsterblichkeit fest. Auch die Zahl plötzlicher Herztode war schon zu diesem Zeitpunkt deutlich niedriger. (ob)

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