Ärzte Zeitung, 03.09.2008

Intensive Therapie nützt wenig bei alten Herzinsuffizienten

MÜNCHEN (Rö). Alten Herzinsuffizienz-Patienten hat in einer Studie eine intensivierte BNP-gesteuerte Therapie keinen höheren Nutzen im Hinblick auf Sterberate und Klinikbehandlungen gebracht als eine symptomorientierte Therapie. Patienten bis 74 Jahre profitieren aber von der intensivierten Therapie.

Das belegen aktuelle Studiendaten aus der Schweiz, die Professor Hans-Peter Brunner vom Universitätshospital Basel beim Europäischen Kardiologenkongress in München vorgestellt hat. Der Wissenschaftler hatte in seine TIME-CHF-Studie 499 Patienten mit Herzinsuffizienz ab 60 Jahren aufgenommen.

Alle Patienten erhielten eine optimale Standardtherapie plus eine symptomorientierte oder BNP-gesteuerte Therapieintensivierung. Die Studie lief über zwölf Monate. Das Durchschnittsalter betrug 77 Jahre, und die meisten Patienten hatten zwei Zusatzerkrankungen.

Ergebnis: Bei allen Patienten verbesserte sich die Lebensqualität. Bei den Sterberaten und den Klinikbehandlungen hatten die Patienten unter 75 Jahren mit der BNP-gesteuerten Therapie Vorteile im Vergleich zur Standardtherapie. Dies war bei den Älteren nicht der Fall. Die intensive Therapie ging bei ihnen aber mit schlechterer Lebensqualität einher. Fazit: Generelle Therapie-Empfehlungen, die für jüngere Patienten aufgestellt wurden, können nicht einfach auf ältere übertragen werden.

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