Ärzte Zeitung online, 17.04.2009

Weibliche Patienten werden von Ärztinnen besser betreut als von Ärzten

MANNHEIM (dpa). Ärztinnen behandeln Frauen mit chronischer Herzschwäche laut der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) besser als Ärzte. Die DGK stützt ihre Aussage auf eine Studie am Universitätsklinikum des Saarlandes, die am Freitag bei der DGK-Jahrestagung in Mannheim vorgestellt wurde.

"Weibliche Ärzte behandelten ihre Patienten gleich, unabhängig von deren Geschlecht, wohingegen männliche Ärzte ihre weiblichen Patienten signifikant seltener und mit geringeren Dosierungen therapierten", heißt es in einer DGK-Mitteilung.

Die Forschergruppe um Magnus Baumhäkel hatte die Behandlungsdaten von mehr als 1800 Patienten mit chronischer Herzschwäche analysiert (Clin Res Cardiol 98, Suppl 1, 2009, 1066). Ergebnis: Die Patientinnen wurden deutlich seltener mit ACE-Hemmern und AT-1-Antagonisten und tendenziell seltener mit Beta-Blockern therapiert als ihre männlichen Leidensgenossen. Sie bekamen zudem niedrigere Dosierungen.

Auch unabhängig vom Geschlecht der Patienten hat jenes der Ärzte einen Einfluss auf den Therapieverlauf: "Der Einsatz sowie die erreichten Dosierungen der Herzinsuffizienztherapie waren tendenziell höher bei Patienten, die von weiblichen Ärzten behandelt wurden."

Zum Abstract der Originalarbeit "Geschlecht des Patienten und behandelnden Arztes: Ein Risikofaktor für Patienten mit Chronischer Herzinsuffizienz?"

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