Ärzte Zeitung online, 26.04.2011
 

Herzinsuffizienz: Tai Chi erhöht die Lebensqualität

Regelmäßige Bewegungsübungen im Rahmen eines angeleiteten Tai-Chi-Programms sind bei chronischer Herzinsuffizienz anscheinend von Nutzen. Vor allem die Lebensqualität der Patienten wird dadurch nach Ergebnissen einer neuen Studie deutlich erhöht.

Herzinsuffizienz: Tai Chi erhöht die Lebensqualität

Tai Chi als Gesundheitsvorsorge: Bei chronischer Herzinsuffizienz scheint es zu nutzen.

© Xinhua / imago

BOSTON (ob). Lange Zeit war bei Herzinsuffizienz körperliche Schonung als Teil der Behandlung angesagt. Damit ist es endgültig vorbei: Heute wird den Patienten ein dosiertes Bewegungstraining empfohlen.

Gerade für Patienten mit Herzinsuffizienz könnte Taijiquan - gemeinhin auch als Tai Chi bezeichnet - eine besonders gut geeignete Form des Bewegungstrainings sein. Denn dabei geht es nicht um hohen Kraftaufwand oder Schnelligkeit der Bewegung.

Vielmehr soll der Übende lernen, sich mit einem Minimum an Kraft entspannt, locker und fließend zu bewegen. Die Bewegungen sollen bewusst und aufmerksam ausgeführt werden. "Mind-Body"- Übungen wie Tai Chi wird eine günstige Wirkung auf das autonome Nervensystem zugeschrieben.

Was sich mit dieser Form des meditativen Bewegungstrainings bei chronischer Herzinsuffizienz therapeutisch erreichen lässt, hat eine US-Forschergruppe um Dr. Gloria Yeh aus Boston in einer Vergleichsstudie untersucht (Arch Intern Med 2011; 171: 750).

Beteiligt daran waren 100 Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz (Auswurffraktion im Schnitt: 29 Prozent) überwiegend im funktionellen NYHA-Stadium II.

Davon absolvierten 50 Patienten zwölf Wochen lang ein Tai-Chi-Programm mit jeweils zwei einstündigen, von erfahrenen Instruktoren geleiteten Übungseinheiten pro Wochen. Die 50 Patienten der Kontrollgruppe erhielten statt dessen in dieser Zeit eine Gesundheitsberatung.

Auf die Belastungskapazität der Patienten hatten die Tai-Chi-Übungen keinen relevanten Einfluss: Weder beim 6-Minuten-Gehtest noch bei der maximalen Sauerstoffaufnahme waren signifikante Unterschiede zu beobachten.

Günstige Wirkungen hatte das spezielle Bewegungsprogramm aber auf die Lebensqualität der Patienten: Hier zeigte sich der per validiertem Fragebogen (MLHFQ) erhobene Score im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant verbessert. Und auch auf die ebenfalls abgefragte emotionale Befindlichkeit hatte Tai Chi einen positiven Effekt, der ebenfalls signifikant war.

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