Ärzte Zeitung, 10.06.2011

Kunstherzen sind nach wie vor nur Übergangslösung

BERLIN (eb). Rund 950 Menschen in Deutschland stehen zurzeit auf der Warteliste für ein neues Herz. In den letzten Jahren konnten nur knapp 400 Herztransplantationen pro Jahr durchgeführt werden, weil nicht einmal halb so viele Spenderherzen wie eigentlich benötigt zur Verfügung standen.

Deshalb appellierte die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) zum diesjährigen Tag der Organspende an die Bevölkerung, sich mit der Thematik zu befassen, einen Spenderausweis auszufüllen und damit vielleicht eines Tages Leben zu retten.

Die oft als Alternative zu menschlichen Spenderherzen bezeichneten Kunstherzen sind bisher nur eine vorübergehende Lösung, bis ein geeignetes Spenderherz zur Verfügung steht.

Kunstherzen können menschliche Spenderherzen nicht ersetzen

"Obwohl die Entwicklung von Kunstherzen von Jahr zu Jahr sehr große Fortschritte macht, werden sie voraussichtlich auch in den kommenden Jahren menschliche Spenderherzen nicht gänzlich ersetzen können", erläuterte Professor Friedhelm Beyersdorf, Vizepräsident der DGTHG

Die bisher längste Einsatzzeit eines Kunstherzens betrage annähernd acht Jahre. Auch eine weitere Alternative, die Herzen von Schweinen, die naturgemäß dem menschlichen Herzen sehr ähnlich sind, erscheine nach derzeitigem Forschungsstand noch als Zukunftsvision.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »