Ärzte Zeitung, 29.08.2011

Neuer Test auf Herzinsuffizienz

Neuer Test auf Herzinsuffizienz

JENA/PARIS (eb). Ein Forscherteam aus Jena hat eine nichtinvasive Methode zum Entdecken einer Herzinsuffizienz entwickelt: eine "elektronische Nase".

"Unser Ziel ist es, eine minimalinvasive Methode zu entwickeln, die dabei hilft, Herzschwäche sehr schnell zu diagnostizieren, einzuordnen und zu überwachen", so Dr. Vasileios Kechagias auf dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Paris.

In einer Überprüfung des Tests wurden Probanden mittels elektronischer Nase in zehn Durchgängen pro drei Minuten - doppelblind - untersucht. Bei allen Patienten konnten die relevanten Daten per elektronischer Nase erhoben werden.

Patienten mit kompensierter und Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz konnten mit einer Sensitivität von 89 und einer Spezifität von 88 voneinander unterschieden werden. Probenden ohne Herzinsuffizienz konnten von jenen mit der Herzerkrankung mit 89 Prozent Sensitivität und 84 Prozent Spezifität unterschieden werden.

Der Test besteht aus drei verketteten Dickschicht-Gas-Sensoren auf Metalloxyd-Basis mit eingearbeiteten Hitzeelementen, heißt es in einer Mitteilung des Uniklinikums. Jeder Sensor hat eine von den anderen leicht abweichende Sensitivität für molekulare Geruchszusammensetzungen.

Die Reaktion der Moleküle mit den Sensoren kommt durch Oxidation an der erhitzten Sensoroberfläche zustande, die dadurch eine Änderung der Leitfähigkeit in der Metalloxyd-Schicht bewirkt und gemessen werden kann.

Die Krankheitszuordnung basiert auf einer statistischen Analyse der gemessenen Abweichungen in den Sensoren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Ein Anästhetikum zur Behandlung bei schweren Depressionen?

Ketamin - einst als Anästhetikum entwickelt - hat sich in mehreren Studien bei Patienten mit therapieresistenten Depressionen bewährt. Doch: Für Euphorie ist es noch zu früh. mehr »

Wo und wann sich Patienten im Krankenhaus wohlfühlen

Die Bertelsmann Stiftung hat untersucht, wo Patienten ihren Klinikaufenthalt am besten bewerten. Dabei fanden die Analysten interessante Zusammenhänge heraus. mehr »

Darf‘s ein bisschen weniger Zucker sein?

Große Lebensmitteleinzelhändler wollen den Zuckergehalt in ihren Eigenmarken reduzieren. Für Verbraucherschützer ist das allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. mehr »