Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 05.02.2015

Sexualhormon gehemmt

Ein Ansatz gegen Herzschwäche?

Ein Wirkstoff, der die Bildung des stärksten männlichen Sexualhormons hemmt, könnte eine Ergänzung der Therapie bei Herzinsuffizienz sein.

HANNOVER. Bei Herzschwäche haben Frauen vor der Menopause im Vergleich zu Männern eine längere Lebenserwartung. Auch bei anhaltend hohem Bluthochdruck, einer Aortenklappenverengung und krankhaftem Herzwachstum ist ihre Prognose besser.

Es wird vermutet, dass dies nicht allein an einem möglichen Schutz des Herzens durch weibliche Hormone liegt, sondern auch an männlichen Hormonen, die zum Voranschreiten von Herzkrankheiten beitragen.

Vor allem das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) spielt eine wichtige Rolle.

Bei Mäusen erfolgreich

Nun haben Forscher der Klinik für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) erfolgreich einen Wirkstoff getestet, der die Bildung dieses stärksten männlichen Sexualhormons im Herz von Mäusen verhindert und eine Herzschwäche sogar rückgängig machen kann, meldet die MHH.

Mit dem Testosteron-5α-Reduktasehemmer Finasterid werden derzeit Prostataerkrankungen behandelt. Die Ergebnisse des Teams von Professor Jörg Heineke veröffentlichte die Fachzeitschrift Circulation (Circulation 2015; online 28. Januar).

Eine Behandlung mit Finasterid habe bei Mäusen mit Herzschwäche unter anderem bewirkt, dass sich Herzfunktion und Herzwachstum normalisiert haben und die Sterblichkeit gesunken ist. Sogar weibliche Mäuse profitierten von Finasterid.

Das überraschte die Wissenschaftler zunächst selbst. Dem nachgegangen beobachteten sie, dass sich auch bei weiblichen Mäusen mit einer Herzschwäche eine gewisse Menge des männlichen Geschlechtshormons DHT im Herzen ansammelt und den Krankheitsmechanismus in Gang setzt, heißt es in einer Mitteilung des MHH.

Klinische Studie geplant

Die Forscher beobachteten darüber hinaus, dass Finasterid einen wichtigen Signalweg unterbindet, der zur Bildung von zu vielen Muskeleiweißen und somit zu krankhaftem Herzwachstum führt.

Um herausfinden, ob Finasterid auch bei Menschen wirkt, wollen die Forscher nun eine klinische Studie planen.

"Unsere Hoffnung ist, dass Finasterid die bisherige Therapie der Herzschwäche sinnvoll ergänzen kann — sowohl bei Männern, als auch bei Frauen", wird Professor Johann Bauersachs, Leiter der Klinik für Kardiologie und Angiologie zitiert. Dies könne in einigen Jahren der Fall sein. (eb)

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