Ärzte Zeitung online, 19.01.2017

Trikuspidalstörung

Klappenersatz auch per Katheter?

Mit einer neuen, kathetergestützte Behandlung könnte auch nicht operablen Patienten mit einer Funktionsstörung der Trikuspidalklappe geholfen werden.

TÜBINGEN. Herzchirurgen am Deutschen Herzkompetenz Zentrum des Universitätsklinikums Tübingen forschen derzeit an einer Lösung für die Frage, wie auch ältere, nicht operable Patienten mit einer beeinträchtigten Trikuspidalklappe behandelt werden könnten.

Denn für die "vergessene" Herzklappe im rechten Vorhof des Herzens gebe es bisher noch keine wirklich befriedigende Lösung, um die Klappe ohne Herzoperation reparieren zu können, heißt es in einer Mitteilung des Uniklinikums.

Das Team um Professor Christian Schlensak entwickelte im Tiermodell eine schonende, kathetergestützte Behandlung. Das Verfahren sieht vor, einen mit tierischem Herzbeutelgewebe ummantelten Stent samt Ventil vor der kritischen Stelle in der Vene zu platzieren, um die Funktion der Trikuspidalklappe zu ersetzen.

Das von Schlensak und seinen Tübinger Kollegen entwickelte Verfahren soll in diesem Jahr erstmals am Menschen erprobt und in einer Studie bewertet werden, bevor es frühestens in zwei Jahren in den klinischen Alltag übergehen könnte.

Schwieriger Fall: Trikuspidalklappe

Dass es derzeit keine befriedigende Lösung gebe, die Klappe ohne Herzoperation zu reparieren, liege zum einen daran, dass die Trikuspidalklappe filigraner ist als die anderen Klappen, heißt es in der Mitteilung weiter. So setze sich diese Klappe aus drei Flügeln zusammen, die nicht durch einen Clip einfach wieder zusammengefügt werden könnten.

Zudem liege sie an einer dünnen und empfindlichen Stelle im Herzgewebe, wo wichtige Erregungsleitungs- und Nervenbahnen das Herz steuern und damit die Platzierung einer neuen Trikuspidalklappe erschweren würden.

Kürzlich wurde der Mediziner für seine Erkenntnisse mit dem Innovationspreis der Europäischen Fachgesellschaft für kardiothorakale Chirurgie ausgezeichnet. (eb)

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