Ärzte Zeitung online, 28.11.2017

Im Mausmodell

Hemmung von miRNA schützt vor Herzfibrose

Ein hoher Spiegel von miR-29 löst im Mausmodell eine Herzfibrose aus. Durch eine Hemmung dieser microRNA lässt sich der negative Effekt wohl unterdrücken.

MÜNCHEN. MicroRNA 29 – kurz miR-29 – hat einen negativen Einfluss auf das Entstehen von Herzfibrosen: Diese treten seltener auf, wenn miR-29 im Mausmodell in Herzmuskelzellen gehemmt wurde, wie Forscher der Technischen Uni München (TUM) herausgefunden haben (Nat Comm 2017; 8:1614). Frühere Studien hätten dagegen den Schluss nahegelegt, dass ein niedriger miR-29-Spiegel Fibrosen auslöst, erinnert die TUM.

Im Mausmodell stellten die Forscher um Professor Stefan Engelhardt fest, dass Tiere, die von Geburt an besonders wenig miR-29 in ihren Zellen exprimierten, deutlich weniger anfällig für Herzfibrosen und Hypertrophien waren. Zu einer vergleichbaren Wirkung kam es, wenn miR-29 mit Medikamenten unterdrückt wurde.

"In weiteren Versuchen konnten wir außerdem zeigen, dass für diesen Effekt besonders miR-29 in Myozyten verantwortlich war", wird Studienautorin Yassine Sassi in der Mitteilung zitiert. Die Forscher nehmen an, dass miR-29 am Beginn des Wnt-Signalwegs steht. In gesunden Zellen ist diese Signalkette gewissermaßen stumm geschaltet. Wird der Wnt-Signalweg durch Stress aktiviert, bewirkt er unter anderem, dass besonders viele Fibrozyten gebildet werden.

Aufbauend auf den Ergebnissen wollen die Wissenschaftler weitere Effekte von miR-29 analysieren. Derzeit untersuchen sie, ob anti-miR-29 den Prozess umkehren kann, wenn bereits eine Herzfibrose vorliegt. Zudem wollen sie Methoden entwickeln, um künftig miR-29-basierte Medikamente in die Myozyten zu bringen. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wirkstoff zum Cannabis-Entzug

Die Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase reduziert Symptome beim Cannabis-Entzug. Mit einem Hydrolasehemmer senkten Abstinenzwillige den Konsum um fast 70 Prozent. mehr »

Arzt und Kämpfer gegen sexuelle Gewalt

Die Gewinner der Nobelpreise haben am Montag ihre Auszeichnungen entgegengenommen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei der Arzt Denis Mukwege, Träger des Friedensnobelpreises. mehr »

TI-Anschluss verweigern und dann klagen

An den Konnektoren scheiden sich die Geister. Medi-Vorstand Dr. Werner Baumgärtner sucht jetzt die juristische Auseinandersetzung. Sein Ziel: Sicherheitslücken in den Geräten feststellen zu lassen. mehr »