Ärzte Zeitung online, 01.11.2010

Kommentar

INR-Selbstmessung hat nicht enttäuscht

Von Peter Overbeck

Die Hoffnung nicht erfüllt, aber dennoch nicht enttäuscht - so lässt sich das Ergebnis einer neuen Studie zur Selbstkontrolle der Gerinnungswerte bei Patienten mit oraler Antikoagulation zusammenfassen.

Zwar konnte der beabsichtigte Beweis, dass die wöchentliche Messung der INR-Werte durch die Patienten selbst zu einer signifikanten Reduktion von klinischen Komplikationen führt, nicht erbracht werden. Dennoch kann sich das Ergebnis sehen lassen.

Zu bedenken ist, dass die INR-Selbstmessung in dieser Studie mit dem qualitativ hochwertigen Gerinnungsmanagement in Spezialambulanzen verglichen worden ist. Und das ist sicher nicht die Norm im Praxisalltag. Dass dieser hohe Vergleichsmaßstab in puncto Qualität der Gerinnungseinstellung, gemessen an der Verweildauer im therapeutischen Zielbereich, übertroffen wurde, spricht für die Gerinnungsselbstkontrolle.

Deren Einfluss auf Morbidität und Mortalität ist inzwischen in mehreren Metaanalysen untersucht worden. Die neueste, in diesem Jahr publizierte Analyse der "Cochrane Collaboration" umfasst 18 randomisierte Studien mit 4723 Patienten.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Selbstkontrolle und Selbstmanagement der Gerinnungshemmung nicht nur die Qualität der oralen Antikoagulation verbessern, sondern auch thromboembolische Komplikationen und die Mortalität verringern.

Lesen Sie dazu auch:
INR-Selbstmessung: für Patienten wesentliche Vorteile

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