Kardiologie

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung online, 30.05.2011

Fischöl-Kapseln kein Mittel gegen Vorhofflimmern

Die Supplementierung von mehrfach ungesättigten Fettsäuren aus der Klassen der Omega-3-Fettsäuren ist bei Herzinsuffizienz nach Daten der GISSI-HF-Studie zwar von moderatem klinischen Nutzen. Einen Effekt auf die Entstehung von Vorhofflimmern hat diese Behandlung einer neuen GISSI-HF-Subanalyse zufolge aber nicht.

In der 2008 publizierten GISSI-HF-Studie senkte die Behandlung mit mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren (n-3-PUFAs, vulgo: Fischöl) bei Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz in moderatem Maße die Sterberate und verringerte die Zahl der kardiovaskulär bedingten Krankenhausaufenthalte.

Die Gesamtsterberate wurde im Vergleich zu Placebo relativ um 9 Prozent (27,3 versus 29,1 Prozent) und der kombinierten Endpunkt aus Gesamtmortalität und Krankenhauseinweisungen infolge Herz-Kreislauf-Beschwerden relativ um 8 Prozent (56,7 versus 59,0 Prozent) reduziert. Die Dabei zugrunde liegenden Wirkmechanismen bedürfen noch der Klärung. An der Studie hatten 6 975 Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz teilgenommen.

In einer jetzt von Professor Aldo Maggioni beim "Heart Failure Congress 2011" der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Hamburg vorgestellten Subanalyse ist die GISSI-HF-Studiengruppe der Frage nachgegangen, ob die Supplementierung von n-3-PUFA (1 g/Tag) gegen Vorhofflimmern schützt.

Diese Arrhythmie ist bekanntlich eine häufige Begleitkomplikation bei Herzinsuffizienz. Aus vorangegangenen Studien hatten sich Anhaltspunkte dafür ergeben, dass n3-PUFA einen günstigen Effekt auf die elektrophysiologischen Eigenschaften des Myokards haben könnten. So schien die n3-PUFA-Behandlung nach Beobachtungen in kleineren Studien geeignet zu sein, den Sinusrhythmus nach erfolgreicher Kardioversion von Vorhofflimmern zu stabilisieren.

Die neue GISSI-HF-Subanalyse kommt aber zu einem konträren Ergebnis. Ihre Grundlage bildeten die Daten aller 5835 Studienteilnehmer, die zu Beginn frei von Vorhofflimmern waren. Von diesen Patienten entwickelten dann im Verlauf von knapp vier Jahren 14,6 Prozent ein neu aufgetretenes Vorhofflimmern.

Die Zuteilung zur n-3-PUFA- oder Placebo-Gruppe war ohne Bedeutung für das Risiko einer Arrhythmie-Entwicklung: In der Gruppe mit Supplementierung betrug die Inzidenzrate 15,2 Prozent und in der Placebo-Gruppe 14,0 Prozent.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Kassen und Ärzte trennen beim Honorar "Äonen"

Heute beginnen die Verhandlungen von Vertragsärzten und Krankenkassen über das Honorar 2019. Eine schnelle Einigung scheint nicht in Sicht. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »