Ärzte Zeitung online, 03.08.2011

EAST prüft frühe rhythmuserhaltende Therapie bei Vorhofflimmern

NEU-ISENBURG (eb). Nützt Patienten mit Vorhofflimmern eine frühe rhythmuserhaltende Therapie? Das wird jetzt in der Studie EAST geprüft.

Das Kompetenznetz Vorhofflimmern und die European Heart Rhythm Association, eine Abteilung der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie, führen mit Unterstützung der Unternehmen Sanofi und St. Jude Medical gemeinsam die Studie EAST durch.

EAST steht für "Early comprehensive Atrial fibrillation Stroke prevention Trial". Die Studie soll klären, ob eine frühe und umfassende rhythmuserhaltende Therapie Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern besser hilft als die übliche Behandlung, teilt das Kompetenznetz Vorhofflimmern mit.

Übliche Therapie erfolgt nach den Leitlinien

An der Studie teilnehmen können Patienten mit neu aufgetretenem Vorhofflimmern und erhöhtem Schlaganfall- und Sterberisiko. Die Teilnehmer werden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeordnet: entweder für eine "frühe, umfassende, standardisierte" Maßnahme zur Erhaltung des Sinusrhythmus zusätzlich zur "üblichen Behandlung" oder ausschließlich für die "übliche Behandlung".

Die "frühe Behandlung" beinhaltet entweder eine medikamentöse antiarrhythmische Therapie oder eine Pulmonalvenenisolation mittels Katheterablation sowie ein EKG-Monitoring der Behandlung.

Die "übliche Behandlung" erfolgt nach den Leitlinien für die Behandlung von Vorhofflimmern, die 2010 von der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) herausgegeben wurden.

Der Hauptendpunkt der EAST Studie setzt sich zusammen aus kardiovaskulärem Tod, Schlaganfall, Herzschwäche oder akutem Koronarsyndrom (mit Krankenhausaufenthalt).

Die Nachbeobachtung der Patienten soll ambulant nach 12, 24 und 36 Monaten erfolgen. Die Wissenschaftler planen, mehr als 3000 Patienten aus 200 Zentren in elf europäischen Ländern zu rekrutieren.

Teufelskreis hält Rhythmusstörung aufrecht

Von Vorhofflimmern sind ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen. Die Rhythmusstörung führt zu Veränderungen im Vorhofgewebe (Remodeling); dadurch schreitet die Krankheit weiter fort.

In diesem Teufelskreis wird die Rhythmusstörung aufrecht erhalten und entwickelt sich weiter von der ersten Episode zum paroxysmalen, dann zum persistierenden Vorhofflimmern (wiederkehrende Episoden, die länger als sieben Tage anhalten) und schließlich zum permanenten Vorhofflimmern, erinnert das Kompetenznetz in seiner Mitteilung.

"Die unzureichende, unstrukturierte und verspätete Behandlung der verschiedenen Faktoren, die Vorhofflimmern aufrechterhalten und Komplikationen verursachen, hat höchstwahrscheinlich dazu beigetragen, dass rhythmuserhaltende Maßnahmen in früheren Studien nur eine begrenzte Wirksamkeit gezeigt haben. Auf dieser Beobachtung basiert EAST", wird Studienleiter Professor Paulus Kirchhof in der Mitteilung des Kompetenznetzes zitiert.

"Diese Studie geht einen wichtigen Schritt vorwärts, um mehr über den Wert einer rhythmuserhaltenden Therapie zu lernen, um das Leben der Betroffenen zu verbessern, indem sie an dem Kreislauf ansetzt, der Vorhofflimmern auslöst und aufrecht erhält und die Komplikationen hervorruft."

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