Ärzte Zeitung online, 12.10.2011
 

Vorhofflimmern verbreitet kaum Schrecken

Vorhofflimmern ist eine sehr gefährliche Krankheit, doch offenbar in der Bevölkerung sehr unbekannt. Mehr als jeder Vierte hat von dem Krankheitsbild noch nie etwas gehört. Dagegen wird der Schlaganfall von knapp 80 Prozent als bedrohlich eingestuft. Die Verbindung zwischen beiden Erkrankungen ist den meisten aber nicht bewusst.

Vorhofflimmern verbreitet kaum Schrecken

Im Lande der Ahnungslosen - Vorhofflimmern ist eine Krankheit, die kaum ein Deutscher kennt.

© Christian Schwier / fotolia.com

HAMBURG (ob). Dass Vorhofflimmern neben Bluthochdruck zu den wichtigsten Risikofaktoren für einen Schlaganfall gehört, ist in der Bevölkerung anscheinend weitgehend unbekannt.

Mehr als jeder Vierte hat sogar von diesem Krankheitsbild noch nie etwas gehört, wie das IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung in einer Presseinformation unter Berufung auf eine aktuelle Erhebung in Deutschland mitteilt.

Stichprobe bei Personen aus Köln, Frankfurt/Main und Nürnberg

Das Institut hat in dieser Studie 1.000 Bundesbürger zum Thema "Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern" befragt. Die Befragung erfolgte im Auftrag der Aufklärungskampagne "Vorhofflimmern - Herz außer Takt".

Diese Kampagne wird vom Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET), von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe sowie vom Unternehmen Sanofi getragen. Befragt wurde eine bevölkerungsrepräsentative Stichprobe von Personen im Alter über 40 Jahre in den Städten Köln, Frankfurt/Main und Nürnberg.

Bürger achten zu wenig auf Krankheitssignale

Dabei zeigte sich auch, dass die meisten Bundesbürger zu wenig auf mögliche Krankheitssignale achten. So ist ein starker Leistungsabfall nur für 40 Prozent der Befragten ein Grund ist, einen Arzt aufzusuchen, chronische Müdigkeit sogar nur für knapp ein Viertel.

Diese Beschwerden gehören aber zu den möglichen Symptomen von Vorhofflimmern, ebenso wie Herzrasen, "Herzstolpern", Kurzatmigkeit und Schwindel.

Nicht wenige Betroffene bleiben völlig symptomfrei, so dass Vorhofflimmern oft gar nicht oder erst spät diagnostiziert wird. Laut Ergebnis der Umfrage wusste das aber nur die Hälfte der Befragten.

US-Amerikaner besorgt wegen möglichem Herzinfarkt

Die American Heart Association (AHA) hat jüngst in den USA Patienten mit Vorhofflimmern nach ihren Einschätzungen zu gesundheitlichen Risiken befragt.

Von den 502 Patienten, die geantwortet haben, gaben 42 Prozent an, dass ein möglicher Herzinfarkt ihre größte Sorge bezüglich der eigenen Gesundheit sei. Nur 8 Prozent nannten in diesem Zusammenhang den Schlaganfall an erster Stelle.

Bei Vorhofflimmern erhöhtes Schlaganfallrisiko

Nur die Hälfte der Befragten war sich des erhöhten Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern bewusst. Die andere Hälfte verneinte entweder dieses Risiko oder gab an, sich darüber nicht sicher zu sein.

Nur zwei Drittel der Befragten erinnerten sich daran, mit dem Arzt über das Thema Schlaganfallrisiko gesprochen zu haben.

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