Ärzte Zeitung online, 02.11.2011
 

Metalldetektoren lassen Schrittmacher kalt

Gute Nachrichten für urlaubswillige Herzpatienten mit Schrittmacher: Die tragbaren Metalldetektoren bei den Flughafenkontrollen scheinen die Implantate nicht zu stören. Doch völlige Entwarnung wollen die Wissenschaftler nicht geben.

Metalldetektoren lassen Schrittmacher kalt

Untersuchung mit Metalldetektor am Flughafen: In einer Studie wurden keine störenden Einflüsse der Detektoren auf Schrittmacher gefunden.

© wolterfoto / imago

MÜNCHEN (ob). Derzeit sind in Deutschland etwa 500 000 Personen Träger eines Schrittmachersystems. Weitere rund 100 000 sind mit einem ICD-System versorgt worden.

Droht diesen Menschen Gefahr durch Fehlfunktionen der Geräte, wenn diese den von handgeführten Metallsuchgeräten ausgehenden Magnetfeldern ausgesetzt sind?

Studie mit 388 Teilnehmern

Sehr wahrscheinlich nicht, lautet die Antwort eines Forscherteams um Dr. Clemens Jilek vom Deutschen Herzzentrum München.

Er und seine Kollegen haben in einer jetzt publizierten Studie bei 388 Patienten mit Schrittmacher- oder ICD-Systemen getestet, ob zwei der heute am häufigsten verwendeten tragbaren Metalldetektoren eine potenzielle Gefahrenquelle darstellen (Ann Intern Med 2011; 155: 587).

30 Sekunden lang im Brustbereich mit Metalldetektor abgetastet

Alle Patienten kamen zur regelmäßigen Überprüfung ihrer implantierten Geräte in die Klinik.

Nach Feststellung von deren normaler Funktionstüchtigkeit griffen die Untersucher zum Metalldetektor und tasteten damit die Patienten im Brustbereich etwa 30 Sekunden lang ab. Also deutlich länger, als dies beim routinemäßigen Sicherheitscheck am Flughafen der Fall ist.

Die Stärke der Magnetfelder betrug bei diesen Metallsonden maximal 6,3 Mikrotesla.

Keine Hinweise auf störenden Einfluss

Trotz der verschärften Testbedingungen fanden sich keinerlei Anhaltspunkte für einen störenden Einfluss der Detektoren auf Programmierung und Funktion der Geräte, die den normalen Herzrhythmus sichern. Auch das EKG bot keine Hinweise auf Veränderungen.

Diese Ergebnisse sind beruhigend, dennoch zögern die Forscher noch, tragbare Metalldetektoren endgültig von jeglichem Risikoverdacht freizusprechen.

Keine endgültige Entwarnung

Schließlich seien nur zwei Detektoren bei einer begrenzten Zahl von Patienten und implantierten Geräten getestet worden, und das im Untersuchungszimmer einer Klinik und nicht unter realen Bedingungen am Flughafen, schränken sie ein.

Weitere Studien zur Bestätigung der Sicherheit dieser Metallsuchgeräte seien deshalb nötig.

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