Ärzte Zeitung, 27.02.2013
 

Leitartikel zum Vorhofflimmern

Ist das Sterberisiko wirklich erhöht?

Vorhofflimmern geht mit erhöhter Mortalität einher, so viel ist sicher. Ist die Arrhythmie aber tatsächlich auch die Ursache vermehrter Todesfälle, oder besteht nur eine aus anderen Gründen resultierende Assoziation mit einem erhöhten Sterberisiko?

Von Peter Overbeck

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EKG-Untersuchung bei einem Patienten zur Abklärung eines möglichen Vorhofflimmerns.

© Klaus Rose

Vorhofflimmern hat sich in epidemiologischen Studien immer wieder als unabhängiger Risikofaktor für ein erhöhtes Sterberisiko erwiesen.

Eine aktuell im "European Heart Journal" publizierte Studie, in der schwedische Untersucher Daten von mehr als 270 000 Patienten mit Vorhofflimmern analysiert haben, bestätigt dies einmal mehr.

Lässt sich daraus schließen, dass Vorhofflimmern als Ursache in direkter Beziehung zur erhöhten Mortalität steht? Diese Frage hat eine Forschergruppe um den kanadischen Arrhythmie-Experten Stuart J. Connolly in einem Editorial aufgegriffen (Eur Heart J 2013, online 13. Februar).

Zur Klärung eines möglichen kausalen Zusammenhangs prüften die Untersucher nacheinander die Stärke der Assoziation, den "biologischen Gradienten", die Plausibilität dieser Beziehung und die experimentelle Evidenz.

In der schwedischen Studie war die Mortalität im Falle von Vorhofflimmern um den Faktor 1,5 bis 2 erhöht, in anderen Studien um den Faktor 1,5 bis 2,5. Eine solche Assoziation ist nach Auffassung der Autoren nur von moderater Stärke.

Sie schließe zwar eine kausale Beziehung nicht grundsätzlich aus, könne aber nicht als "starke Evidenz für Kausalität" betrachtet werden.

Biologischer Gradient bedeutet, dass eine stärkere Exposition gegenüber einem Risikofaktor - in diesem Fall Vorhofflimmern - zu einem häufigeren Auftreten eines Ereignisses- in diesem Fall Todesfälle - führt.

Connolly und seine Kollegen verweisen zwar auf Studien, die eine Assoziation von "Arrhythmie-Last" (also Häufigkeit und Dauer des Vorhofflimmerns) und Mortalität nahelegen. Tatsache ist aber auch, dass eine solche Assoziation in anderen Studien nicht beobachtet wurde ...

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[27.02.2013, 16:23:30]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
@ Christoph Polanski
Zur Ehrenrettung muss man allerdings sagen, dass das Foto auf der heutigen ÄZ-Titelseite der Print-Ausgabe eine völlig korrekte EKG-Ableitung zeigt. MfG zum Beitrag »
[27.02.2013, 14:13:40]
Christoph Polanski 
Neue Elektrodenplatzierung?
Es ist toll, wenn man solche professionelle Bilder mit falsch platzierten EKG-Elektroden in der medizinischen Presse veröffentlicht. Ich habe in der Ärztezeitung noch nicht besser gesehen.
Am besten wäre noch auf der Stirn und am Hals eine Elektrode zu platzieren.  zum Beitrag »

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