Kardiologie

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Modul: Akute und chronische Herzinsuffizienz

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Ärzte Zeitung, 09.03.2015

Vorhofflimmern

Aggressive Risikostrategie

Ein konsequentes Management von Risikofaktoren hilft, den Erfolg einer ablativen Therapie gegen Vorhofflimmern (VHF) längerfristig zu sichern.

ADELAIDE. Die kathetergestützte Ablationstherapie ist eine wirksame Methode, um VHF wieder unter Kontrolle zu bringen. Allerdings tritt das Flimmern im Lauf der Zeit nicht selten erneut auf. Ein möglicher Grund dafür ist, dass der arrhythmogene Krankheitsprozess fortschreitet.

Zu klären, ob sich der Therapieerfolg länger aufrechterhalten lässt, wenn kardiale Risikofaktoren konsequent behandelt werden, war das Ziel der "Aggressive Risk factor REduction STudy for Atrial Fibrillation" (ARREST-AF). Forschern um Rajeev Pathak von der University of Adelaide, haben den Krankheitsverlauf von 149 Patienten untersucht, deren VHF ablativ behandelt worden war.

Alle Probanden wiesen einen Body-Mass-Index von mindestens 27 kg/m2 sowie wenigstens einen zusätzlichen kardialen Risikofaktor (Hypertonie, Glukoseintoleranz/Diabetes, Hyperlipidämie, obstruktive Schlafapnoe, Rauchen, hohen Alkoholkonsum) auf (J Am Coll Cardiol 2014; 64: 2222-31).

Strenge Kontrolle des Blutdrucks

61 Studienteilnehmer entschieden sich für die Teilnahme an einem rigorosen Management der Risikofaktoren (RFM) unter Aufsicht von Ärzten einer spezialisierten Klinik.

Dazu zählte je nach Bedarf eine strenge Kontrolle des Blutdrucks (Zielwert 130/80 mmHg), ein Programm zur Gewichtsabnahme, eine Normalisierung des Lipidspiegels, eine Stabilisierung des HbA1c-Wertes bei 6,5 Prozent oder darunter, eine Behandlung der Schlafapnoe, eine Hilfe zur Tabakabstinenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums auf höchstens 30 g/ Woche.

Die übrigen 88 Probanden wurden über RFM unterrichtet und ansonsten in der Obhut ihrer behandelnden Ärzte belassen.

Diese Maßnahmen führten während der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 3,5 Jahren in der RFM-Gruppe einerseits zu einer signifikant stärkeren Verbesserung des Risikoprofils im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Längerer Erfolg bei RFM-Gruppe

Andererseits hielt auch der Ablationserfolg in der RFM-Gruppe länger an: Bei der Untersuchung am Ende der Follow-up-Phase waren 32,9 Prozent der Patienten nach einmaligem Kathetereinsatz frei von Rhythmusstörungen.

In der Kontrollgruppe betrug der Anteil 9,7 Prozent. Waren mehrere Ablationssitzungen nötig gewesen, blieben 87,0 Prozent der RFM- und 17,8 Prozent der Kontrollpatienten nach der letzten Ablation bis zum End-Check arrhythmiefrei.

Als einzige Faktoren, die eine Wiederkehr des VHF anzeigten, fielen in der multivariaten Analyse der VHF-Typ und die Zugehörigkeit zur Kontrollgruppe auf.

Der Effekt des RFM ließ sich direkt am Herzen ablesen. Das strenge Risikomanagement schlug sich anatomisch nieder: Das Volumen des linken Vorhofs und die Dicke des Ventrikelseptums gingen in der RFM-Gruppe verglichen mit den Kontrollprobanden signifikant stärker zurück. (rb)

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