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Ärzte Zeitung, 18.05.2015

Vorhofflimmern

Home-Monitoring bietet keine Hilfe

Ein auf Home-Monitoring-Daten basierendes Antikoagulations-Management führte bei Patienten mit Vorhofflimmern zu keinen Verbesserungen.

NEW YORK. Bei der Entscheidung für oder gegen eine Antikoagulation bei Vorhofflimmern ist das individuelle Risikoprofil entscheidend, nicht so sehr die Frage, wie oft Vorhofflimmern-Episoden vorliegen.

Die von Biotronik unterstützte IMPACT-Studie hat sich an dieses Dogma vor einigen Jahren herangewagt. Bei ICD / CRT-Trägern mit Vorhofflimmern wurde untersucht, ob eine Antikoagulation, die ständig aktuelle EKG-Informationen einbezieht, das Patienten-Outcome verbessert.

Die Ergebnisse der im Juni 2013 vorzeitig abgebrochenen Studie sind jetzt publiziert worden (Eur Heart J 2015, online 23. April).

Teilgenommen hatten 2718 Patienten, die alle Träger von kardialen Implantaten (ICD / CRT-D) waren und einen CHADS2-Risikoscore von mindestens 1 aufwiesen. Die für ein kontinuierliches Monitoring genutzten implantierten Device boten die Möglichkeit, auch asymptomatisches Vorhofflimmern zu erkennen.

In der Kontrollgruppe wurden die Patienten so behandelt wie immer: Die Entscheidung für oder gegen eine Antikoagulation wurde klinisch getroffen, und die Patienten stellten sich in den jeweils üblichen Abständen in der Sprechstunde vor.

In der Interventionsgruppe erhielten die Ärzte zusätzlich Informationen über aktuelle Episoden von Vorhofflimmern durch die HomeMonitoring-Funktion der kardialen Implantate. So konnte die Antikoagulation früher angesetzt werden, wenn Vorhofflimmern auftrat. Zudem gab es die Option, die Antikoagulation zu beenden, wenn der Sinusrhythmus zurückgekehrt war.

Bei den Einzelendpunkten gab es keine Signifikanz

Klinisch machte das keinen Unterschied. Zwar dauerte es in der Interventionsgruppe im Mittel nur drei Tage vom Beginn des Vorhofflimmerns bis zur Antikoagulation (Kontrollgruppe: 54 Tage).

Das hatte aber keinen Einfluss auf den primären Endpunkt (Schlaganfall, systemische Embolie, schwere Blutung), der in der Interventionsgruppe mit einer Häufigkeit von 2,4 pro 100 Patientenjahre eintrat (Kontrollgruppe: 2,3).

Auch bei den Einzelendpunkten gab es keine Signifikanz. Schlaganfälle und Embolien waren etwas seltener, schwere Blutungen dafür etwas häufiger. Die Gesamtsterblichkeit war identisch.

In der Diskussion ihrer Ergebnisse tendieren die Autoren zu der Einschätzung, dass sie beim Studiendesign von falschen Prämissen ausgegangen sein könnten.

Inzwischen hätten mehrere Studien gezeigt, dass es zwischen Häufigkeit und Länge der Vorhofflimmern-Episoden einerseits und thromboembolischen Ereignissen andererseits keinen direkten Zusammenhang gibt.

Das könnte erklären, warum ein zumindest teilweise auf akute Flimmerepisoden ausgerichtetes Antikoagulationsmanagement keinen Zusatznutzen brachte.

Die Autoren weisen auch darauf hin, dass drei embolische Ereignisse nach Absetzen der Antikoagulation bei Patienten auftraten, die vorher bereits Vorhofflimmerepisoden hatten.

Auch diese Beobachtung spreche für eine Langzeitantikoagulation und gegen ein "On-Off"-Modell des therapeutischen Managements. (gvg)

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