Ärzte Zeitung, 06.09.2004

Programm liefert Kollegen Infos zu pAVK

Fortbildung soll Diagnostik bei peripherer Arterieller Verschlußkrankheit verbessern / Insult-Risiko bei pAVK erhöht

MÜNCHEN (mop). Patienten mit peripherer arterieller Verschlußkrankheit (pAVK) haben ein hohes Risiko für kardio- und zerebrovaskuläre Komplikationen. Mit etwa 28 Millionen Betroffenen in Europa und Nordamerika ist sie eine der häufigsten Erkrankungen, deren Risikopotential jedoch unterschätzt wird. Das soll nun mit CASCADE, einem medizinischen Fortbildungsprogramm, geändert werden.

Ihren Anfang nahm die Initiative 2001 mit der Gründung eines Netzwerks internationaler Spezialisten. Diese als The Prevention of Atherothrombotic Disease Network bezeichnete Einrichtung veröffentlichte 2003 einen Aktionsplan nach dem

  • das Bewußtsein für die pAVK und ihre Folgen erhöht,
  • die Diagnose der symptomatischen pAVK verbessert,
  • Screeningprotokolle von Risikopatienten erstellt,
  • die Therapie von symptomatischen pAVK-Patienten verbessert und
  • die Diagnose der asymptomatischen pAVK verbessert werden sollen. CASCADE ist ein Fortbildungsprogramm zur Umsetzung dieses Aktionsplans, wobei die Zielgruppe vor allem Hausärzte sind, wie Professor Jill Belch von der Universität Ghent in Belgien bei einem Workshop beim Kardiologie-Kongreß ESC in München erläuterte. Ein von Gefäßspezialisten entwickelter Kommunikationsleitfaden bildet die Basis für die geplanten lokalen und von Bristol-Myers Squibb und Sanofi-Synthelabo organisierten Fortbildungsveranstaltungen für niedergelassene Ärzte.

Jeder fünfte Patient über 65 in deutschen Hausarztpraxen hat eine AVK, wie neuere Daten belegen. Nur einer von zehn dieser Patienten hat aber eine Claudicatio intermittens. Studien belegen, daß die Mortalität bei schwerer pAVK (Knöchel-Arm-Index (ABI) < 0.4) mit einer 5-Jahres-Überlebenwahrscheinlichkeit von nur 56 Prozent hoch ist. 55 Prozent der Patienten mit AVK sterben an KHK-Komplikationen. Ihr Risiko für einen tödlichen Herzinfarkt ist um den Faktor vier, das Apoplexierisiko zwei- bis dreifach gesteigert. Auch bei Patienten ohne Symptome ist die Sterblichkeit erhöht.

Die American Diabetes Association empfiehlt die Messung des ABI bei Diabetikern und bei Risikofaktoren für eine AVK sowie bei AVK-Symptomen. Die CAPRIE (Clopidogrel versus Aspirin in patients at risk for ischemic events)-Studie mit Patienten nach Herzinfarkt, nach Schlaganfall oder mit pAVK hat ergeben, daß sich durch Clopidogrel (Iscover®, Plavix®) im Vergleich zu ASS das Risiko für Ereignisse wie Herzinfarkt oder vaskulär bedingter Tod um 8,7 Prozent senken läßt.

Weitere Infos zu CASCADE erteilt Veronika Handel von Bristol-Myers Squibb, Telefon: 089 / 121 42 423
E-Mail: veronika.handel@bms.com

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Nutzen Antibiotika bei Dentaleingriffen?

Patienten mit Herzklappen-Ersatz haben nach zahnärztlichen Eingriffen womöglich ein erhöhtes Risiko für infektiöse Endokarditiden. Doch wie groß ist es und schützen Antibiotika? mehr »

"Die Haltung der Kassen ist irrational"

Die Vertragsärzte kauen schwer am schwachen Ergebnis der Honorarverhandlungen für 2018. Es sei fraglich, ob der aktuelle Mechanismus auf Dauer ein geeignetes Preisfindungsinstrument sei, so KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. mehr »

Medizin vor Ökonomie - Kodex soll Prioritäten klarmachen

Medizinische Fachgesellschaften treten gegen die Ökonomisierung der Medizin an – mit einem Kodex. mehr »