Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 25.01.2005

An AVK als Risikofaktor für Infarkt und Apoplex wird zu selten gedacht

Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit profitieren besonders von Clopidogrel

HAMBURG (grue). Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit haben ein hohes Risiko für Herzinfarkt, ischämischen Schlaganfall und Tod. Für die Prävention eignet sich Clopidogrel besser als Acetylsalicylsäure (ASS), sagt Professor Dirk Sander von der Neurologischen Klinik der Technischen Universität München.

Nach Angaben von Sander traten in der CAPRIE-Studie mit dem Thrombozytenfunktionshemmer Clopidogrel bei Patienten mit Gefäßerkrankungen 8,7 Prozent weniger Herzinfarkte und Schlaganfälle auf im Vergleich zur Therapie mit ASS.

Deutlicher ist der Unterschied bei Patienten mit bereits symptomatischen Gefäßerkrankungen ausgefallen, wie Sander auf einer Veranstaltung von Bristol-Myers Squibb (BMS) in Hamburg berichtet hat. Das Risiko für atherothrombotische Komplikationen in den nächsten drei Jahren sei in dieser Patientengruppe mit Clopidogrel verglichen mit ASS um bis zu zwölf Prozent geringer gewesen, sagte Sander. Zu der Gruppe gehörten zum Beispiel Patienten mit arterieller Verschlußkrankheit (AVK).

"An eine AVK als Risikofaktor für weitere Schlaganfälle oder Infarkte wird aber zu selten gedacht", warnte Sander. Dabei sei die Gefäßkrankheit über die Bestimmung des Knöchel-Arm-Indexes leicht zu diagnostizieren. Der ermittelte Punktwert korreliere eng mit dem Fünf-Jahres-Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod.

Für die exakte Risikobeurteilung sei auch die Bestimmung der Intima-Media-Dicke der Karotisarterie hilfreich, so Sander. Der Normalwert ist altersabhängig und sollte bei über 60jährigen einen Millimeter nicht übersteigen. "Mit jeder Zunahme der Innenwanddicke um 0,1 Millimeter steigt das relative Gefäßrisiko um 16 Prozent", sagte Sander.

Intima-Media-Dicke und Knöchel-Arm-Index seien auch wichtige Kriterien für die Wahl des geeigneten Plättchenhemmers in der neurologischen Sekundärprävention. Hochrisikopatienten profitierten nachweislich am meisten von Clopidogrel profitieren, sagte Sander.

Clopidogrel wird vom Unternehmen BMS als Iscover® angeboten.

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