Kardiologie

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Ärzte Zeitung, 06.04.2005

"Clopidogrel für jeden mit AVK und erhöhtem Risiko"

Doppler identifiziert AVK

WIESBADEN (kat). Bei kardiovaskulären Erkrankungen wird primär an Herz und Hirn gedacht, wohl auch, weil die Beinarterie, "der schwierigste der kardiovaskulären Drillinge ist." Das hat Professor Curt Diehm aus Karlsbad-Langensteinbach bei einer Veranstaltung beim Internisten-Kongreß festgestellt. Dabei sind Betroffene oft am stärksten vaskulär erkrankt und haben eine massiv erhöhte Sterberate. Mit einer einfachen Doppler-Untersuchung können sie identifiziert und dann behandelt werden.

Wie die Ergebnisse der Studie "German Epidemiology Trial on Ankle Brachial Index" (getABI) belegt haben, ist ein pathologischer Knöchel-Arm-Index mit einem Wert unter 0,9 ein signifikanter unabhängiger Risikofaktor, an einem kardiovaskulären Ereignis zu sterben (wie berichtet). Von den 65jährigen Probanden hatten etwa ein Drittel einen pathologischen ABI, der auf eine arterielle Verschlußkrankheit (AVK) hinweist.

Betroffene hatten eine höhere Prävalenz von Myokardinfarkten (14 Prozent im Vergleich zu acht Prozent der Patienten ohne AVK), Revaskularisierungen (14 versus sechs Prozent), Angina pectoris (21 versus 13 Prozent) und der Kombination aus Herzinfarkt und Revaskularisierung (20 versus zehn Prozent).

Auch zerebrovaskuläre Ereignisse wie Revaskularisierung der Karotis, TIA und Schlaganfall plus Revaskularisierung waren häufiger. Erwartungsgemäß war auch die Ein-Jahres-Mortalität erhöht (drei versus einem Prozent). Die Sterbewahrscheinlichkeit war um so höher, je niedriger der ABI, so Diehm bei der Veranstaltung, zu der Sanofi-Aventis eingeladen hatte.

Auch bei der Therapie gibt es nach den Ergebnissen von get-ABI noch Optimierungsbedarf: 73 Prozent der Patienten, bei denen lediglich eine KHK bekannt war, bekamen einen Thrombozytenfunktionshemmer. Bei den Patienten mit AVK waren es nur 56 Prozent. Ähnlich schlecht war ihre Versorgung mit Statinen (23 versus 46 Prozent) und Betablockern (25 versus 54 Prozent).

Diehm forderte eine vom Grad des pathologischen ABI abhängige Risikostratifizierung mit entsprechend aggressiver Therapie. Bei symptomatischen Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko sollte auf jeden Fall Clopidogrel (vom Unternehmen als Plavix® angeboten) erwogen werden. Außerdem müsse man "genauer auf Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus achten, die Bauchaorta im Blick behalten und die Karotiden untersuchen", damit nicht ein plötzlicher Herztod das erste Zeichen der AVK sei.

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