Ärzte Zeitung, 15.09.2005

PAVK - ein tauglicher Risikomarker auch in der Hausarztpraxis

3-Jahres-Ergebnisse der getABI-Studie vorgestellt

BERLIN (ob). Eine nicht geringe Zahl älterer Patienten in deutschen Hausarztpraxen hat eine unentdeckte periphere arterielle Verschlußkrankheit (PAVK). Ihr Nachweis, der für einen Hausarzt nicht allzu schwierig wäre, ist jedoch sehr wichtig, um das kardiovaskuläre Risiko abschätzen und betroffene Patienten entsprechend behandeln zu können.

Bei den Risiken der PAVK denken nicht wenige primär an drohende Amputationen. Die eigentliche Bedrohung für das Leben von PAVK-Patienten aber geht nicht von Ischämien in den Extremitäten aus, sondern von Herzinfarkt und Schlaganfall.

In dieser Bedeutung als "Vorbotin" von koronaren und zerebrovaskulären Ereignissen werde die PAVK noch immer unterschätzt, betonte Professor Curt Diehm aus Karlsbad-Langensteinbach beim diesjährigen Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) in Berlin.

Daran möchten die Initiatoren der getABI-Studie etwas ändern. Nach ihrer Ansicht kann die PAVK als Marker für die generalisierte Atherosklerose durch Messung des Knöchel-Arm-Index (ABI) einfach und zuverlässig diagnostiziert werden.

In getABI haben Kollegen in 344 Hausarztpraxen 6880 Patienten im Alter über 65 Jahren mit dieser Methode auf PAVK untersucht. Ergebnis: Bei 18 Prozent ließ sich so eine PAVK (ABI < 0,9) nachweisen.

Daß man mit dem ABI-Screening Hochrisiko-Patienten identifiziert hat, bestätigen in Berlin vorgestellte neue getABI-Daten. Danach war nach nunmehr dreijähriger Beobachtungsdauer die Sterblichkeitsrate in der Gruppe mit PAVK im Vergleich zu Patienten ohne diese Diagnose mehr als doppelt so hoch.

Lesen Sie dazu auch:
Jeder zehnte Patient mit PAVK stirbt innerhalb von nur drei Jahren

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