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Ärzte Zeitung, 10.09.2007

Thromboseprophylaxe - länger ist besser

Vorteil erstmals auch bei internistischen Patienten dokumentiert /  Neue Studie mit Enoxaparin

GENF (ob). Akut erkrankte internistische Patienten mit eingeschränkter Mobilität profitieren von einer verlängerten Thromboseprophylaxe mit dem niedermolekularen Heparin Enoxaparin. Im Vergleich zu einer 10-tägigen Standardprophylaxe kann durch ein fünfwöchiges Behandlungsregime das Risiko für thromboembolische Ereignisse signifikant stärker gesenkt werden.

Ohne Thromboseprophylaxe besteht bei vielen Patienten mit eingeschränkter Mobilität ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien. Dieses Risiko ist mit der Entlassung aus der Klinik nicht automatisch beseitigt. Foto: LKH Feldkirch

In der EXCLAIM*-Studie verringert die prolongierte Enoxaparin-Prophylaxe das Risiko für venöse Thromboembolien (VTE) signifikant um 44 Prozent im Vergleich zur üblichen Kurzzeitprophylaxe (VTE-Inzidenz: 2,8 versus 4,9 Prozent). Dieses Ergebnis, das bei einem Kongress in Genf erstmals vorgestellt wurde, spiegelt eine jeweils signifikante Reduktion symptomatischer venöser Thromboembolien (VTE) um 73 Prozent (0,3 versus 1,1 Prozent) und eine Verringerung asymptomatischer proximaler VTE um 34 Prozent (2,2 versus 3,7 Prozent) wider. Darauf hat Professor Russel Hull aus Calgary in Kanada hingewiesen.

Zwar war die Rate größerer Blutungskomplikationen bei insgesamt niedriger Inzidenz in der Gruppe mit verlängerter Enoxaparin-Prophylaxe signifikant höher (0,6 versus 0,15 Prozent). "Dennoch fällt die Nutzen-Risiko-Abwägung klar zu Gunsten von Enoxaparin aus", betonte Hull: "Die Chance, eine VTE zu verhindern, ist etwa fünfmal größer als das Risiko einer schweren therapiebedingten Blutung". Die Blutungskomplikationen erhöhten im Übrigen nicht die Sterberate, die nach sechs Monaten in beiden Gruppen nicht signifikant unterschiedlich war. Der Vorteil der verlängerten Thromboseprophylaxe hatte auch nach drei Monaten noch Bestand.

Sind Patienten nach chirurgischen Eingriffen oder wegen internistischer Akuterkrankungen mehr oder weniger ans Bett gefesselt, erhöht sich das VTE-Risiko. Bei chirurgisch behandelten Patienten mit hohem VTE-Risiko ist der Nutzen einer verlängerten Thromboseprophylaxe bereits in klinischen Studien belegt worden.

EXCLAIM ist die erste Studie, die den Nutzen eines solchen Prophylaxeregimes bei in der Mobilität eingeschränkten Patienten mit internistischen Erkrankungen (Herzinsuffizienz, Infektionen, Atemwegserkrankungen) dokumentiert. Teilnehmer waren 5101 stationär behandelte Patienten, die seit höchstens drei Tagen bettlägerig waren. Alle erhielten zehn Tage lang eine Prophylaxe mit Enoxaparin 40 mg subkutan einmal täglich. Danach folgte eine vierwöchige Doppelblindphase, in der mit Enoxaparin oder Placebo behandelt wurde.

EXCLAIM: Extended Clinical Prophylaxis in Acutely Ill Medical Patients

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