Ärzte Zeitung, 18.03.2004
 

Klinik mit CT ist immer das Ziel bei Apoplexie

Es sollte im voraus feststehen, welche Stationen Hirnschlag-Patienten aufnehmen

MÜNSTER (grue). Die Thrombolyse-Therapie beim Schlaganfall sollte innerhalb von drei Stunden nach Beginn der Symptome eingeleitet werden. Damit das klappt, sollten Notarzt und aufnehmendes Krankenhaus Hand in Hand arbeiten.

Bis das Lyse-Medikament in die Vene fließt, müssen Notversorgung, Transport, stationäre Aufnahme und die computertomographische (CT)-Diagnostik bewältigt werden. Für Dr. Alex Lechleuthner, Leiter des Kölner Rettungswesens, kann das nur mit einem einheitlichen Rettungskonzept klappen. Je nach Klinik-Angebot der jeweiligen Region wird im voraus festgelegt, wohin ein Patient mit Schlaganfall kommt. Manche Stroke Units nehmen alle Schlaganfall- und Krampfpatienten auf, solche mit begrenzter Betten-Kapazität vielleicht nur Notfälle mit frischer Apoplexie.

Stroke Units hätten die meiste Erfahrung mit der medikamentösen Lyse, böten eine differenzierte Diagnostik und eine ausgefeilte Früh-Rehabilitation. Wenn keine spezialisierte Station in der Nähe sei, werde ein Krankenhaus gewählt, das mit Hilfe von CT-Aufnahmen intrakraniale Blutungen abklären kann. "Die entscheidende Frage nach der Blutung kann der Notarzt nämlich nicht beantworten", so Lechleuthner bei einer neurologisch-intensivmedizinischen Tagung in Münster.

Der Rettungsdienst müsse vor allem die Vitalfunktionen sichern. Dabei soll der Blutdruck hochnormal sein und wird erst bei Drücken über 220 mmHg (vom Notarzt) oder 240 mmHg (auch durch Rettungsassistent) gesenkt. Die Sauerstoffsättigung beträgt möglichst über 95 Prozent und gelähmte Gliedmaßen werden gepolstert. Flüssigkeit wird nach Angaben des Rettungsmediziners nur bei Austrocknung oder Volumenmangel gegeben, eine Intubation ist selten nötig. Der Neurologe braucht außerdem Informationen über den Symptombeginn, die Medikamenteneinnahme (etwa Phenprocoumon) und Hinweise auf einen Krampfanfall.

Die Patienten sollten kein Heparin oder ASS und auch keine intramuskulären Injektionen bekommen und ohne Sedierung in Begleitung eines Angehörigen in die Klinik gebracht werden, so Lechleuthner.

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