Forschung und Praxis, 25.10.2004

Starker Schlag gegen den Schlaganfall

Verglichen mit Nord-Amerika ist in Europa die Prävalenz der Hypertonie und die damit assoziierte Sterblichkeit infolge Schlaganfall deutlich höher, ergab eine 2003 veröffentlichte Studie. Professor Björn Dahlöf aus Göteborg sieht deshalb allen Grund, die Vorbeugung von Schlaganfällen in Europa weiter zu verbessern. Einen wesentlichen Beitrag dazu könnte nach seiner Ansicht die antihypertensive Therapie mit dem AT1-Rezeptorblocker Losartan leisten.

Dahlöfs Hoffnung stützt sich auf Ergebnisse der LIFE-Studie. In LIFE konnte erstmals anhand harter Endpunkte ein signifikanter Unterschied in der präventiven Wirkung zweier Antihypertensiva nachgewiesen werden. So wurde die Inzidenz von Schlaganfällen bei Hypertonikern mit Hinweisen auf eine Linksherzhypertrophie trotz gleicher Blutdrucksenkung durch den AT1-Rezeptorblocker Losartan (Lorzaar®) um 25 Prozent stärker gesenkt als durch den Betablocker Atenolol.

Welche Verbesserungen der Schlaganfall-Prävention in Europa sind auf Basis dieses Studienergebnisses theoretisch zu erwarten, hat sich Dahlöfs Arbeitsgruppe gefragt. Um dies zu klären, sind in einer neuen Studie die LIFE-Ergebnisse auf die Bevölkerungsgruppe in den Staaten der Europäischen Union (EU) projiziert worden, die die LIFE-Einschlußkriterien erfüllt. Nach konservativer Schätzung liegt die Zahl der Hypertoniker mit Zeichen einer Linksherzhypertrophie im EKG in diesen Ländern bei 7,8 Millionen.

Würde diese Population statt einer konventionellen Therapie mit Atenolol eine Behandlung mit Losartan erhalten, könnten im Laufe von 5,5 Jahren zusätzlich etwa 125 000 Schlaganfälle verhindert werden, so das Ergebnis von Dahlöfs Projektion. (ob)

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