Ärzte Zeitung, 27.03.2008

KOMMENTAR

Erwartungen in neue Antithrombotika

Von Peter Overbeck

Vorhofflimmern bleibt eine therapeutische Herausforderung, die mit wachsendem Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung künftig eher noch größer werden wird. Wichtiger Bestandteil der Behandlung bei dieser häufigsten klinisch relevanten Arrhythmie ist der Schutz vor Thromboembolien. Ohne Prophylaxe erleiden je nach Risikofaktoren bis zu fünf Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern pro Jahr einen Schlaganfall. Durch orale Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten lässt sich dieses Risiko deutlich senken.

Dennoch hält sich der Enthusiasmus darüber in Grenzen. Das liegt an den bekannten Limitierungen von Vitamin-K-Antagonisten, die im Praxisalltag erhebliche Probleme bereiten können. Der Wunsch, diese Nachteile zu überwinden, treibt schon seit längerem die Forschung zur Suche nach neuen Antithrombotika an.

Innovative Antikoagulanzien haben ihre erste Bewährungsprobe zumeist in der Therapie und Prophylaxe von venösen Thromboembolien etwa nach orthopädischen Operationen oder bei KHK-Patienten mit akutem Koronarsyndrom zu bestehen. Mit neuen Gerinnungshemmern sind in der Kurzzeitbehandlung bei diesen Indikationen bereits Erfolge erzielt worden.

Das lässt darauf hoffen, dass sich ein Newcomer unter den Antithrombotika mit überzeugenden Studiendaten demnächst auch als neue Option für eine leichter handhabbare Langzeitprophylaxe des Schlaganfalls bei Patienten mit Vorhofflimmern empfehlen kann.

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