Ärzte Zeitung online, 19.06.2009

Kim Jong Ils Gesundheit schlechter

SEOUL(dpa). Der Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il scheint sich nach einem südkoreanischen Zeitungsbericht zusehends zu verschlechtern. Vertreter des Ponghwa-Krankenhauses in Pjöngjang versuchten derzeit, über China "teure medizinische Ausrüstung" zu beschaffen, berichtete die auflagenstärkste Zeitung "Chosun Ilbo" am Freitag unter Berufung auf einen nordkoreanischen Informanten in Peking.

Das Ponghwa-Krankenhaus behandele den 67-jährigen Diktator. "Kim scheint sich in einem ernsten Zustand zu befinden", wurde der Informant zitiert.

Die Spekulationen in den Nachbarländern um die Gesundheit Kims haben zuletzt wieder zugenommen. Kim hatte nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes im Sommer 2008 einen Schlaganfall erlitten. Bei einem Auftritt vor der neu gewählten Obersten Volksversammlung in Pjöngjang im April dieses Jahres wirkte Kim in Fernsehbildern im Vergleich zu früher abgemagert und stark gealtert.

Die medizinischen Geräte, die in das kommunistische Land gebracht werden sollen, stehen laut "Chosun Ilbo" offenbar auf einer Liste von Gütern, für die seit dem ersten nordkoreanischen Atomtest im Oktober 2006 Handelsbeschränkungen gelten.

Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang nach einem zweiten Nukleartest des Landes am 25. Mai dieses Jahres verschärft. Die jüngsten Aktionen Nordkoreas, darunter der Atomtest und Raketentests, sollten nach Meinung von Beobachtern auch dazu dienen, die Autorität Kims zu stärken, um die Machtnachfolge regeln zu können.

Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, dass Kim seinen jüngsten Sohn, Jong Un, zum Nachfolger bestimmt habe. Von seiner Entscheidung seien die wichtigsten Institutionen des Staates kurz nach dem jüngsten Atomtest informiert worden.

Kim Jong Un ist erst Mitte Zwanzig. Die japanische Zeitung "Asahi Shimbun" hatte am Dienstag berichtet, Kims Sohn habe sich bei einem Geheimbesuch in Peking als künftiger starker Mann in Pjöngjang vorgestellt. Laut "Chosun Ilbo" hat das Außenministerium in Peking diesen Bericht aber mittlerweile dementiert.

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