Ärzte Zeitung, 14.01.2010

Schlaganfall: Weniger Tote mit Atemmaske

CPAP-Therapie senkt Sterberate nach Apoplexie

NEU-ISENBURG (ikr). Erhalten Schlafapnoe-Patienten mit kurz zurückliegendem Schlaganfall eine Maskenbeatmung, lässt sich die Sterberate neuen Studiendaten zufolge deutlich senken.

Aus einigen Studien ist bereits bekannt, dass bei Patienten mit Schlaganfall plus obstruktiver Schlafapnoe Sterberate und Rezidivrisiko erhöht sind. Spanische Forscher haben daher 96 Schlafapnoe-Patienten, bei denen ein Schlaganfall mindestens zwei Monate zurücklag, eine CPAP-Behandlung angeboten (Am J Respir Crit Care Med 180, 2009, 36).

Die Patienten hatten eine mittelschwere bis schwere Schlafapnoe, das heißt einen Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) von mindestens 20 pro Stunde. 28 Patienten blieben langfristig bei der Stange; sie trugen die Atemmaske mindestens vier Stunden pro Nacht in mehr als 70 Prozent der Nächte. Die übrigen 68 Patienten sowie Patienten mit einem AHI unter 20  pro Stunde dienten als Vergleichsgruppen. Die Nachbeobachtung dauerte bis zu fünf Jahre.

Bei Patienten mit einem AHI von 20 pro Stunde und mehr, die die CPAP-Therapie nicht tolerierten, war die Sterberate fast dreifach höher als bei Patienten mit einem AHI unter 20  pro Stunde. Bei den CPAP-Patienten war die Sterberate 1,6-fach erhöht. Die anderen Gruppen unterschieden sich nicht in der Mortalität.

Für Professor Kurt Rasche aus Wuppertal ist die praktische Konsequenz aus der spanischen Studie, dass "jeder Schlaganfallpatient schlafmedizinisch untersucht werden sollte, um schlafbezogene Atmungsstörungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können". Dies werde dann die Prognose der Patienten voraussichtlich verbessern können (Pneumo-News 6, 2009, 18), so Rasche.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »