Ärzte Zeitung, 04.03.2010

Mit Kombitherapie gegen proximale Gefäßverschlüsse

BAD HOMBURG (ner). Patienten mit proximalen Gefäßverschlüssen im Bereich der vorderen Strombahn profitieren offenbar von einer Kombination aus intravenöser Thrombolyse, intra-arterieller Lyse, gefolgt von der mechanischen Thrombektomie.

Darauf haben Essener Neurologen beim ANIM-Kongress* in Bad Homburg hingewiesen. Sie hatten bei zehn Patienten mit CT-angiografisch nachgewiesen proximalen Gefäßverschlüssen (A. carotis interna, A. cerebri media, Karotis-T-Verschluss) eine intravenöse Bridging-Lyse mit rtPA begonnen und so schnell wie möglich die intra-arterielle (i.a.) Intervention angeschlossen, hat ein Team um Conrad Venker und vom Alfried-Krupp-Krankenhaus in Essen berichtet. Nach der i.a.-Lyse entfernten sie den Thrombus mithilfe eines rückführbaren Stents. Auf diese Weise erreichten sie bei allen Patienten eine vollständige Rekanalisation. Bereits innerhalb von zwei Stunden war eine deutliche klinische Verbesserung festzustellen, die Punktzahl auf der NIH-Stroke Skala nahm von anfangs durchschnittlich 15,6 auf 8,0 ab. Nach 72 Stunden lag der Wert im Schnitt bei 3,3. Bei acht der zehn Patienten war die Symptomrückbildung so deutlich, dass sie nicht mehr mit der NIHSS abzubilden war, zwei Patienten starben an den Folgen des Schlaganfalls. Direkte Komplikationen der kombinierten Therapie stellen Venker und Kollegen nicht fest. Postinterventionell erhielten die Patienten 100 mg ASS täglich.

*ANIM: Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Für eine Welt ohne Typ-1-Diabetes

Ein hohes Risiko für Typ-1-Diabetes im Kindesalter erkennen und die Krankheit verhindern, ist das Ziel von Wissenschaftlern. Eine provokante PR-Aktion wirbt für ihre Arbeit. mehr »

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »