Ärzte Zeitung online, 21.05.2010

Stützzellen gezielt in spezifische Neuronen umgewandelt

München (eb). Der Arbeitsgruppe von Professor Magdalena Götz von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und vom Helmholtz Zentrum München ist ein großer Schritt auf dem Weg zu einer Therapie neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Schlaganfall gelungen.

Das Forscherteam konnte Stützzellen des Gehirns, die Astroglia, gezielt in erregende oder hemmende Neuronen umwandeln und damit in zwei verschiedene funktionelle Hauptklassen von Nervenzellen (PLoS Biol 2010, 8(5): e1000373). Dies gelang durch das selektive Einschleusen einzelner Proteine (Transkriptionsfaktoren), die das Ablesen der Erbsubstanz regulieren. Neurone übertragen im Gehirn die Information, während Astroglia als Stützgerüst dienen und am Stoffwechsel beteiligt sind.

"Die neu geschaffenen Neuronen können sogar funktionierende Synapsen ausbilden, die - je nach verwendetem Transkriptionsfaktor - erregend oder hemmend wirkende Überträgersubstanzen ausschütten ", sagt Dr. Benedikt Berninger, federführender Autor der Publikation. Die Resultate ermutigen die Wissenschaftler, ihren Ansatz, aus im Gehirn vorhandener Glia neue Nervenzellen zu gewinnen, weiter zu verfolgen, um so Therapien für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer zu finden.

Zur Studie "Directing Astroglia from the Cerebral Cortex into Subtype Specific Functional Neurons"

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