Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

Sekundärprävention des Schlaganfalls: Da hapert es oft mit der Therapietreue

WINSTON-SALEM (ikr). Etwa jeder vierte Schlaganfall-Patient bleibt bereits innerhalb der ersten drei Monate nach der Klinikeinweisung in der Sekundärprävention nicht mehr bei der Stange. Einer der Gründe dafür ist die unzureichende Aufklärung der Patienten.

Sekundärprävention des Schlaganfalls: Da hapert es oft mit der Therapietreue

Compliance beginnt bei der Aufklärung: Rund jeder dritte der Therapieabbrecher war nicht darüber informiert, warum er die Medikamente einnehmen sollte.

© Andrzej / fotolia.com

US-amerikanische Forscher haben die Therapietreue von 2598 Patienten mit ischämischen Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) untersucht (Arch Neurol online). Die Analyse ergab, dass nahezu 76 Prozent der Patienten innerhalb der ersten drei Monate nach der Klinikeinweisung noch alle ihnen zur Sekundärprävention verordneten Medikamente einnahmen.

Die übrigen knapp 25 Prozent hatten mindestens eines der Arzneimittel bereits abgesetzt. Am besten war die Compliance bei den Antihypertensiva sowie bei den Plättchenaggregationshemmern. Etwa 90 Prozent der Patienten nahmen diese Mittel kontinuierlich ein.

Eine gute Compliance ist gerade in den ersten drei Monaten nach einem Schlaganfall besonders wichtig, da in dieser Zeit das Risiko für ein erneutes Ereignis dieser Art am größten ist. Wie gut die Patienten bei der Sekundärprävention bei der Stange blieben, hing auch von beeinflussbaren Faktoren ab.

So war etwa jeder dritte der Therapieabbrecher nicht darüber informiert, warum er die Medikamente einnehmen sollte. Außerdem nahm die Compliance mit der Zahl der Arzneimittel ab, die zur Prävention eines erneuten Schlaganfalls verschrieben wurden.

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