Ärzte Zeitung online, 16.02.2011
 

Pazifikbewohner haben ein hohes Schlaganfall-Risiko

Insulaner aus dem Pazifikraum haben nicht nur ein erhöhtes Diabetes- und Adipositas-Risiko, sie bekommen im Schnitt auch zwölf Jahre früher einen hämorrhagischen Schlaganfall als Menschen mit europäischem Hintergrund.

Pazifikbewohner mit hohem Schlaganfallrisiko

Urlaubsparadies Französisch Polynesien: Doch Schlaganfälle treten hier früher auf, als in Europa.

© McPhoto / imago

HONOLULU (mut). Der Einfluss der modernen Zivilisation auf die ursprüngliche Bevölkerung vieler Pazifikinseln hat auch seine Schattenseiten: Die Adipositas- und Diabetesrate ist hier besonders hoch.

Vermutet wird ein genetischer Hintergrund, der ein Metabolisches Syndrom begünstigt. Möglicherweise trifft dies auch auf das Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle zu, denn dieses ist nach Ergebnissen einer aktuellen Studie bei der ursprünglichen Bevölkerung der Pazifikinseln ebenfalls deutlich erhöht.

So hatte ein Ärzteteam um Dr. Kazuma Nakagawa vom Queens Medical Center in Honolulu auf Hawaii Daten von 573 Schlaganfallpatienten ausgewertet - eine bunte Mischung von Patienten mit asiatischem, afrikanischem, pazifischem oder kaukasischem Ursprung.

Davon zählte etwa jeder Fünfte zur ursprünglichen Bevölkerung von Hawaii. Bei diesen Patienten war das Durchschnittsalter bei der Klinikeinweisung 55 Jahre, bei den übrigen Patienten lag es bei 67 Jahre.

Auffällig hoch war auch die Diabetesrate der Einheimischen im Vergleich zu den Einwanderern (35 versus 21 Prozent). Bei anderen kardiovaskuläre Risikofaktoren gab es jedoch keine Unterschiede, teilt die American Academy of Neurology (AAN) mit.

Daten der Studie sollen auf dem Kongress der AAN Anfang April in Honolulu präsentiert werden.

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