Ärzte Zeitung, 13.04.2011

IQWiG-Bericht zu Dipyridamol/ASS stößt auf Kritik

INGELHEIM (ob). Das IQWiG hat in seinem am 11. April 2011 publizierten Abschlussbericht zum Nutzen der Sekundärprävention mit Dipyridamol plus ASS nach Schlaganfall oder TIA einen Zusatznutzen dieser Kombination infrage gestellt.

Diese Bewertung hält der Arzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim, Anbieter des Dipyridamol/ASS-Kombinationspräparats Aggrenox®, für "nicht nachvollziehbar".

Wie das Unternehmen mitteilt, basiere die Bewertung des IQWiG "auf einer Auswahl von Studien, die sich von allen anderen wissenschaftlichen Metaanalysen zur Bewertung von Aggrenox® unterscheidet".

Für Dipyridamol und ASS sei die Wirksamkeit in der Sekundärprävention des ischämischen Schlaganfalls jeweils dokumentiert; die Kombination "war erwiesenermaßen doppelt so wirksam wie die einzelnen Wirkstoffe", heißt es in der Stellungnahme.

Die vom IQWiG als Beleg für einen "höheren Schaden" angeführte Erhöhung des Blutungsrisikos sei nur in einer Vergleichsstudie mit Clopidogrel, nicht aber im Vergleich zu ASS beobachtet worden.

Die Überlegenheit von Dipyridamol/ASS gegenüber ASS werde auch in nationalen und internationalen Leitlinien gewürdigt - was das IQWiG offenbar ignoriere.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »