Ärzte Zeitung online, 10.05.2011
 

Jeden Siebten trifft der Schlaganfall im Schlaf

CINCINNATI (mut). Etwa jeder siebte Schlaganfall geschieht im Schlaf, hat einen große US-Untersuchung ergeben. Da bei solchen Patienten der genaue Zeitpunkt des Schlaganfalls unklar ist, kommen sie nicht für eine Lyse infrage.

Wenn jemand morgens mit typischen Schlaganfallsymptomen wie Lähmungen, starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen erwacht und sofort den Notarzt ruft, so kann er bei einem ischämischen Schlaganfall dennoch nicht mit einer Lysetherapie rechnen, da unklar ist, ober sich noch in dem Zeitfenster befindet, in dem eine Lysetherapie indiziert ist (drei Stunden, unter bestimmten Umständen bis zu viereinhalb Stunden).

Wie viele Patienten dies betrifft, hat jetzt eine große populationsbasierte Studie in den USA ermittelt (Neurology 2011; 76:1662-1667). Ein Team um Dr. Jason Mackey von der University of Cincinnati überprüfte Daten von sämtlichen Patienten, die in einer Region mit 1,3 Millionen Einwohnern innerhalb eines Jahres aufgrund eines Schlaganfalls in die Notaufnahme eines Klinikums gelangten.

Insgesamt konnten die Forscher knapp 1900 Schlaganfälle auswerten. Davon ereigneten sich 14,3 Prozent im Schlaf (wake-up strokes). Insgesamt gab es kaum Unterschiede zwischen Patienten mit nächtlichen Schlaganfällen und Patienten, die in ihrer Wachphase von dem Ereignis überrascht wurden.

Signifikant waren nur die Altersunterschiede - Patienten mit nächtlichen Schlaganfällen waren im Schnitt zwei Jahre älter, auch waren bei ihnen die Symptome etwas stärker ausgeprägt.

Ein weiteres Ergebnis: Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Patienten mit nächtlichen Schlaganfällen wäre eigentlich nach anderen Kriterien wie Blutdruck und Laborwerten für eine Lyse geignet gewesen, hätte man sicher gehen können, dass das Ereignis nicht länger als drei Stunden zurücklag.

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