Ärzte Zeitung online, 04.10.2011

Lakunärer Schlaganfall: Zwei Plättchenhemmer sind zu viel

Zwei Plättchenhemmer zur Sekundärprävention sind für Patienten mit lakunärem Schlaganfall offenbar des Guten zu viel. Eine große Studie, die den Nutzen dieser Präventionsstrategie belegen sollte, ist wegen eines erhöhten Blutungs- und Sterberisikos vorzeitig gestoppt worden.

BETHESDA (ob). Die jetzt von National Institute of Neurological Disorders and Stroke (NINDS) in den USA vorzeitig beendete SPS3-Studie (Secondary Prevention of Small Subcortical Strokes) sollte den Nachweis erbringen, dass Patienten mit kleinem lakunärem Schlaganfall von einer dualen Plättchenhemmung mit ASS plus Clopidogrel stärker profitieren als von ASS allein.

Mehr als 3000 Patienten in die Studie aufgenommen

Bis zum April 2011 waren planungsgemäß 3020 Patienten, die kurz zuvor einen solchen subkortikalen und per MRT-Bildgebung bestätigten Hirninfarkt erlitten hatten, in die Studie aufgenommen worden.

Alle sind mit ASS (325 mg/Tag) behandelt und dann einer Therapie mit Clopidogrel (75 mf/Tag) oder Placebo zugeteilt worden.

Nach einer Zwischenanalyse empfahl ein den Ablauf der Studie überwachender Experten-Ausschuss jetzt deren Abbruch. Der Studiensponsor NINDS setzte diese Empfehlung sofort in die Tat um.

Blutungs- und Sterberate jeweils signifikant erhöht

Bis zu diesem Zeitpunkt waren in der Gruppe mit dualer Plättchenhemmung bei 6,5 Prozent aller Patienten schwer wiegende Blutungen aufgetreten, im Vergleich zu 3,3 Prozent in der Gruppe mit alleinigen ASS-Therapie.

Dieser Unterschied war war signifikant. Das gilt ebenso für den Unterschied bei den Todesfällen: Deren Rate betrug 5,8 Prozent (ASS/Clopidogrel) und 4,1 Prozent (ASS).

Ein zweiter Teil der Studie wird unverändert fortgesetzt. Hier geht es um den Vergleich einer Strategie der intensiven Blutdrucksenkung mit der "üblichen" antihypertensiven Therapie.

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