Ärzte Zeitung, 23.01.2012

Rekordverdächtig: Lyse bei 104-Jähriger nach Schlaganfall

BERLIN (gvg). Intravenöse Lysethe rapien sind nach wie vor nur bis zu einem Alter von 80 Jahren zugelassen.

Neurologen empfehlen aber schon länger, auf Basis existierender Daten bei sonst eindeutiger Indika tion auch jenseits dieser Altersgrenze eine Lyse in Betracht zu ziehen.

Am Universitätsklinikum Freiburg haben Kollegen jetzt eine 104 Jahre alte Frau mit rechtsseitiger Hemi parese und globaler Aphasie (NIHS-Score 19) erfolgreich mittels Lyse therapie behandelt.

Sie berichteten darüber bei der Arbeitstagung Neurologische Intensivmedizin (ANIM 2012) in Berlin. Die Patientin kam zweieinhalb Stunden nach Sym ptombeginn ins Krankenhaus.

70 Prozent der normalen Dosis

Sie zeigte in der MRT-Untersuchung eine ausgeprägte Perfusionsstörung bei noch relativ gering ausgeprägter Diffusionsstörung.

Diese Konstellation gilt als günstig für eine Lysetherapie, die dann schließlich dreieinhalb Stunden nach Symptombeginn mit 70 Prozent der üblichen Dosis eingeleitet wurde.

Innerhalb weniger Stunden war die Schlaganfallsymptomatik deutlich rückläufig. Nach neun Wochen verblieben bei der Patientin lediglich gering ausgeprägte Empfindungs- und Wortfindungsstörungen (NIHS-Score 2).

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »