Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 15.03.2012

Buchstaben-Tippen mit der Kraft von Gedanken

KÖLN (mut). Neurophysiologische Erkenntnisse finden Eingang in die Therapie, wie bei einer neurologischen Tagung deutlich wird.

"Jetzt ist es Zeit, nicht mehr nur Diagnostik, sondern auch Therapie zu betreiben, denn wir verstehen mit modernen neurophysiologischen Methoden immer besser, was im Gehirn von Gesunden und Kranken passiert", so Professor Gereon Fink aus Köln zur Eröffnung der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN).

Aus den Erkenntnissen ließen sich inzwischen viele neue Therapieansätze ableiten. Als Beispiel nannte der Kongresspräsident die Rehabilitation nach einem Schlaganfall.

Motorische Fähigkeiten können auch später noch verbessert werden

Mithilfe von Techniken wie der transkraniellen Magnetstimulation oder der transkraniellen Gleichstromtherapie lässt sich auch viele Monate nach dem Ereignis die motorische Funktion deutlich verbessern.

In der Regel werden mit den beiden Verfahren überaktive Hirnregionen in der nicht betroffenen Hemisphäre gedämpft. Solche Überaktivitäten blockieren nicht selten Areale in der betroffenen Hemisphäre und verstärken damit die Lähmungen.

Auf dem Kongress wurde auch eine Methode vorgestellt, bei der Finger auf der betroffenen Seite hochfrequent taktil oder elektrisch gereizt werden. In einer Studie ließen sich die Behinderungen damit stärker reduzieren als mit einer alleinigen Standard-Reha aus Physio-, Ergo- und Sprachtherapie.

Algorithmen erkennen gedachte Bewegungen

Auch für Patienten mit Locked-in-Syndrom, die bis auf das Augenlid komplett gelähmt sind, gibt es zumindest die Hoffnung, dass sie wieder mit ihrer Umgebung kommunizieren können. Spezielle Algorithmen erkennen gedachte Bewegungen im EEG.

Damit lässt sich am Computer schreiben: In einer halben Stunde können solche Patienten alleine mit der Kraft ihrer Gedanken immerhin etwa 200 Buchstaben "tippen". Das hat Professor Gabriel Curio von der Charité in Berlin berichtet.

Weitere Themen der Tagung, die noch bis zum Samstag dauert, sind ethische Aspekte bei der tiefen Hirnstimulation oder die Früherkennung von Alzheimer mit neuen bildgebenden Verfahren wie PET-MRT.

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