Thrombose/Schlaganfall

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Ärzte Zeitung, 07.11.2012

Carotisstenose

Sono erkennt drohende Stent-Verengung

GÖTTINGEN (eb). Der drohende Verschluss eines Carotis-Stents kann mit Duplexsonografie rechtzeitig erkannt werden. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) aus Anlass einer aktuellen Studie hin.

In Deutschland ereignen sich jährlich etwa 200.000 erstmalige und über 60.000 erneute Schlaganfälle, erinnert die DEGUM in ihrer Mitteilung. Etwa jeder fünfte Gehirnschlag gehe auf eine Carotisstenose zurück.

Carotisstenosen können bekanntlich rein medikamentös, offen chirurgisch oder mit einem Stent behandelt werden. "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Gefahr einer Restenose im ersten Jahr nach der Implantation besonders groß ist", wird Professor Christof Klötzsch, Leiter der DEGUM-Sektion Neurologie aus Singen, zitiert.

Wie häufig es nach Stent-Implantationen in die Carotis zu Restenosen kommt, hat jetzt ein Team um Dr. Katrin Wasser von der Uni Göttingen geprüft (J Neurol. 2012; 259(9): 1896-902).

Ärzte können Struktur der Blutgefäße erkennen

Bei 12 der 215 Stents, die zwischen Mai 2003 und Juni 2010 bei insgesamt 198 Patienten implantiert wurden, kam es zu einer hochgradigen Restenose.

"Bei einigen Patienten wurden die Stents schon nach wenigen Monaten vom körpereigenen Gewebe überwuchert", sagt Studienleiter Privatdozent Dr. Klaus Gröschel, Oberarzt und Leiter der Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz. "Die Hälfte der Patienten entwickelte später einen Schlaganfall oder verstarb."

Besonders gefährdet seien Patienten, bei denen nach vorangegangener Gefäß-Op bereits eine Restenose aufgetreten ist, oder bei denen das Blut nach der Stent-Behandlung nicht optimal fließt, berichtet die DEGUM.

Diese Patienten müssten besonders sorgfältig überwacht werden. Mit Duplexsonografie ließen sich Restenosen rechtzeitig aufdecken. Mit dieser Technik können Mediziner die Struktur der Blutgefäße erkennen und gleichzeitig den Blutfluss beurteilen.

Ausmaß der Stenose kann gemessen werden

"Ein erster Hinweis auf eine Stenose ist ein Anstieg der Geschwindigkeit, mit der das Blut die Engstelle passiert", erläutert Christof Klötzsch, der als Chefarzt die Abteilung Akutneurologie der Kliniken Schmieder Allensbach und die Neurologische Abteilung des Hegau-Klinikums Singen leitet.

Später komme es auch zu Turbulenzen im Blutfluss. Auch das Ausmaß der Stenose könne im Ultraschall exakt gemessen werden.

Da die Sonografie für den Patienten ungefährlich ist, kann sie jederzeit wiederholt werden.

"Die Untersuchung sollte unbedingt durch einen qualifizierten, DEGUM-zertifizierten Experten erfolgen", empfiehlt Klötzsch: "Mit Hilfe des Duplex-Verfahrens können wir den richtigen Zeitpunkt für eine erneute Therapie finden und einem drohenden Schlaganfall wirksam vorbeugen."

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