Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 23.04.2014

Blutdruck

Häufige Ausreißer schüren Gefahr für zweiten Schlaganfall

Eine blutdrucksenkende Therapie bietet mangelhaften Schutz vor einem zweiten Schlaganfall, wenn die Zielwerte nicht durchgängig erreicht werden.

Häufige Ausreißer schüren Gefahr für zweiten Schlaganfall

Gerade nach Insult sollte der Blutdruck im Griff sein.

© Lisa F. Young / fotolia.com

Los Angeles. Bei den meisten Schlaganfallpatienten ist der Blutdruck trotz antihypertensiver Therapie nicht durchgängig unter Kontrolle. Dadurch steigt ihr Risiko für erneute Gefäßkomplikationen.

Bluthochdruck ist der wichtigste modifizierbare Risikofaktor für Schlaganfall, auch nach einem ersten Insult. Durch antihypertensive Therapie können erneute Insulte, Herzinfarkte und vaskulär bedingte Todesfälle vermieden werden.

Entscheidend für die Schutzwirkung ist, dass der Zielblutdruck möglichst kontinuierlich erreicht wird. Die Gefahr von erneuten Gefäßkomplikationen ist dann viel niedriger als bei schwankenden Werten. Darauf weisen Ärzte von der University of Southern California in Los Angeles hin (Stroke 2014, online 27. März).

Die Ärzte haben eine Post-hoc-Analyse der VISP-Studie vorgenommen (VISP steht für Vitamine Intervention for Stroke Prevention). Alle 3680 Patienten hatten kurz vor Aufnahme in die Studie einen ischämischen Schlaganfall durchgemacht und waren medizinisch optimal versorgt. Während der zweijährigen Nachbeobachtungszeit gab es routinemäßige Kontrolluntersuchungen nach einem Monat und nach 6, 12, 18 und 24 Monaten.

Blutdruck häufig nicht optimal eingestellt

Dabei zeigte sich, dass nur bei 30 Prozent der Patienten der Blutdruck bei mindestens 75 Prozent dieser Termine unter 140/90 mmHg lag. 51 Prozent der Patienten erreichten den Zieldruck bei weniger als der Hälfte und 35 Prozent sogar bei weniger als einem Viertel der Messungen.

Die Konsistenz der Blutdruck-Kontrolle erwies sich jedoch als wichtiger Prädiktor für das Auftreten von Gefäßkomplikationen.

So lag bei Patienten mit systolischem Ausgangs-Blutdruck über 153 mmHg das Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt oder vaskulär bedingten Tod um 54 Prozent niedriger, wenn der Blutdruck bei mindestens 75 Prozent statt bei weniger als 25 Prozent der Arztbesuche kontrolliert war.

Dieser Zusammenhang war umso ausgeprägter, je höhere Blutdruckwerte die Patienten ursprünglich hatten; erkennbar war er aber bereits ab systolischen Werten von etwa 132 mmHg.

"Diese Beobachtungen unterstreichen, wie wichtig es ist sicherzustellen, dass der Blutdruck nach einem Schlaganfall bei jedem Arzt-Patienten-Kontakt unter Kontrolle ist", schreiben die Studienautoren um Amytis Towfighi. Nach ihrer Einschätzung gibt es hier noch viel zu tun.

"Wenn der Blutdruck schon in einer randomisierten kontrollierten Studie mit engmaschiger Überwachung so schlecht kontrolliert ist, kann man davon ausgehen, dass er unter Alltagsbedingungen nur bei einer kleinen Minderheit der Schlaganfallpatienten unter Kontrolle ist." (BS)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
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