Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung, 12.05.2014

Kryptogene Schlaganfälle

Embolie oft Ursache unklarer Insulte

BERLIN. Vielen kryptogenen Schlaganfällen liegt eine Embolie als Ursache zugrunde, hat ein internationales Forscherteam festgestellt (Lancet Neurol 2014, 13(4):429-38).

Diese Patienten sollten in einer eigenen Krankheitsgruppe zusammengefasst werden, so die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) in einer Mitteilung. Dies eröffne neue Optionen der Sekundärprävention, wird Professor Hans-Christoph Diener vom Uniklinikum Essen zitiert.

Womöglich seien bei diesem Patientenkreis NOACs effektiver als Thrombozytenfunktionshemmer bei Patienten mit arteriell bedingten Embolien. Bei jedem vierten ischämischen Schlaganfall bleibt die Ursache im Dunkeln - das sind allein in Europa und Nordamerika jährlich 300.000 Patienten, erinnern DSG und DGN.

Die Experten der "Internationalen Arbeitsgruppe Kryptogener Schlaganfall/ESUS" schlagen für die Untergruppe der kryptogenen Schlaganfälle mit embolischem Ursprung den Terminus ESUS vor, die Abkürzung von Embolic Stroke of Undetermined Source.

Dieses positiv definierte Konstrukt sei in der Klinik nützlicher als die vage und negativ definierte Einheit des kryptogenen Schlaganfalls. Dazu müsse bei diesen Patienten eine ausreichende diagnostische Abklärung erfolgen, um kardiale Embolien mit hohem Risiko sowie eine fortgeschrittene Mikro- oder Makroangiopathie der hirnversorgenden Gefäße als Schlaganfallursache auszuschließen.

In einer aktuellen Studie mit 274 konsekutiven Patienten einer Schlaganfall-Einheit hätten 32 Prozent der Teilnehmer die ESUS-Kriterien erfüllt, berichten Diener und Kollegen.Andere Untersuchungen, bei denen die notwendigen Diagnosen zur Sicherung eines ESUS vorgenommen wurden, ergaben als Patientenprofil ein durchschnittliches Alter von etwa 70 Jahren, darunter 55 Prozent Männer.

66 Prozent der Patienten litten unter Bluthochdruck, 35 Prozent unter Diabetes mellitus und 30 Prozent hatten bereits einen Schlaganfall erlitten, so die DSG und DGN in ihrer Mitteilung. (eb)

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