Ärzte Zeitung, 16.01.2015

Kommentar zum Schlaganfallrisiko

Wertvoller Instinkt

Von Christine Starostzik

Gedächtnisstörungen können nicht nur Folge, sondern auch Vorbote eines Schlaganfalls sein. Mit dem weit verbreiteten Mini-Mental-Status-Test (MMST) zur Untersuchung verschiedener Bereiche kognitiver Fitness ist die Vergesslichkeit allerdings nicht immer erkennbar.

Besonders unauffällig im MMST sind Patienten mit höherem Bildungsniveau. Möglicherweise tritt hier eine kognitive Reserve in Aktion, die Defizite umso länger kompensiert, je höher Intelligenzgrad und Bildungsstand sind und je beweglicher der Geist der Betroffenen ist.

Solche Phänomene kennt man auch von gebildeten Menschen, die eine Alzheimer-Demenz entwickeln. Wenn sich bei ihnen erste klinische Symptome bemerkbar machen, liegen oft schon erhebliche Hirnschädigungen vor.

Verwertbare Zeichen eines erhöhtes Schlaganfallrisiko erhielten die Ärzte einer niederländischen Studie jedoch durch die Klagen der Patienten über ihr nachlassendes Erinnerungsvermögen. Hier zeigt sich erneut, wie vermeintlich objektive Tests in die Irre führen können.

Manchmal liefern eben doch eher subjektive Empfindungen aufmerksamer Patienten wertvolle Hinweise. Wer diese ernst nimmt, kann vielleicht mehr Zeit für die jeweils passende Frühintervention gewinnen.

Lesen Sie dazu auch:
Immer vergesslicher: Schlaganfallgefahr steigt

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