Thrombose/Schlaganfall

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Modul: Akuttherapie und Sekundärprophylaxe des ischämischen Schlaganfalls – Ein Musterbeispiel für personalisierte Medizin

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Ärzte Zeitung online, 28.10.2015

Multivariate Analyse

Bei schlechter Hygiene mehr Hirninfarkte

DÜSSELDORF. Kinder, die in ungünstigen sozioökonomischen Verhältnissen aufwachsen, haben ein erhöhtes Risiko, später einen Schlaganfall zu erleiden. Ein Einflussfaktor dabei ist die Zahl älterer Geschwister.

Das ergab die Fall-Kontroll-Studie GENESIS mit 470 Patienten nach einem ischämischen Schlaganfall und 807 Kontrollpersonen, wie Professor Armin Grau, Chefarzt der Neurologie am Klinikum Ludwigshafen, beim DGN-Kongress berichtete.

Es zeigte sich - korrigiert um Einflussfaktoren wie Hypertonie, Diabetes, Hypercholesterinämie, Vorhofflimmern, pAVK, Rauchen, hoher Alkoholkonsum und fehlende körperliche Aktivität - in der Adoleszenz und im späteren Erwachsenenalter eine Erhöhung des Schlaganfallrisikos, insbesondere bei einer fehlenden Berufsausbildung (OR = 1,93 als Faktor in der Adoleszenz bzw. OR = 1,99 als Faktor im Erwachsenenalter).

Im Erwachsenenalter waren außerdem eine Arbeitslosigkeit über sechs Monaten und der Familienstand (ledig, geschieden oder verwitwet) mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert (OR = 1,52 bzw. 1,63).

In der multivariaten Analyse für die Kindheit konnten die Autoren als von den bekannten Risikofaktoren unabhängige weitere Risikofaktoren mehr als drei Geschwister (OR = 1,48), das Fehlen einer Toilette in der Wohnung (als Zeichen mangelhafter hygienischer Verhältnisse, in der Kindheit der vorwiegend älteren Studienteilnehmer noch relevant, OR 1,52) und ein niedriges Familieneinkommen (OR 2,90) identifizieren. (fk)

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