Ärzte Zeitung online, 13.02.2017

Kardiovaskuläre Ereignisse

Turnschuhe statt Tabletten!

Ein Kommentar von Thomas Müller

Zugegeben, es ist mühsam, immer wieder darauf hinzuweisen, wie wichtig körperliche Bewegung zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse ist – die meisten Risikopatienten wird das nicht die Bohne jucken. Denn würde es sie interessieren, hätten sie viele ihrer Probleme nicht. Das gilt für Patienten mit Hirngefäßstenosen ebenso wie für solche mit KHK.

Wer Sport zeitlebens nur aus dem Fernseher kennt, wird sich im Alter kaum davon überzeugen lassen, selbst einmal in die Turnschuhe zu schlüpfen und im Rahmen seiner noch verbliebenen Möglichkeiten frische Luft einzuatmen, sondern wird auch weiterhin lieber Tabletten einwerfen und hoffen, dass damit alles gut ist.

Doch gut ist damit überhaupt nichts, selbst die beste Medizin kann ein Mindestmaß an Bewegung nicht ersetzen. Ärzte täten also gut daran, diesen Irrglauben zu erschüttern und die Patienten daran zu erinnern, dass ihre Prognose äußerst schlecht ist, wenn sie weiter nur Fingergymnastik auf der Fernbedienung betreiben.

Dagegen können Patienten mit Hirngefäßstenosen ihr Schlaganfallrisiko fast auf null treiben, wenn sie körperlich moderat aktiv sind. Bei trägen Patienten beträgt das Dreijahresrisiko jedoch 60 Prozent. Es gibt zur Prävention folglich keine bessere Medizin als Turnschuhe, die auch benutzt werden.

Lesen Sie dazu auch:
Schlaganfall: Sport so wichtig wie Arznei

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Kinder suchtkranker Eltern brauchen mehr Beachtung

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, fordert eine bessere Versorgung und Betreuung der Kinder von Suchtkranken. Kinder von Suchtkranken sind diesmal Schwerpunkt des Drogenberichts. mehr »

Hilfe für die Seele gefordert

Eine Krebsdiagnose ist ein Schock. Die Psychoonkologie soll helfen. Aber die Unterstützung ist wenig bekannt und unterfinanziert. mehr »